Wie agil seid ihr denn schon?

Ein Beitrag von: Mark Poppenborg

Wie agil ist Euer Unternehmen?

Steckt Ihr auch gerade in der Agilen Transformation? Tut ja eigentlich gerade jedes Unternehmen.

Wie agil seid Ihr denn schon? Fragt Ihr Euch das auch manchmal? Den Gesprächen über solche Fragen lausche ich immer ganz gerne. Und was mir auffällt ist, dass der Fortschritt der agilen Transformation an Facetten festgemacht wird, die mit Agilität gar nichts zu tun haben.

Wie agil seid ihr denn schon?

Bildnachweis: © JanMika – depositphotos.com

Etwa so:
»Wir haben schon mehrere Teams, die nach Scrum arbeiten«
»Wir haben eine Hierarchieebene abgeschafft«
»Wir machen regelmäßige Design Thinking Sprints«
»Bei uns arbeitet eine ganze Abteilung nach Holocracy«
»Wir sind unsere individuellen Zielvereinbarungen losgeworden«
»Wir haben unsere Gehälter transparent gemacht«

Und wo war da jetzt von Agilität die Rede?

 

Zumindest in meinem Verständnis ist Agilität die Fähigkeit eines Unternehmens, wendig und flexibel auf Veränderungen im Markt reagieren zu können.

 

Die Agilitätsmesslatte ist also marktgerichtet.

Da oben stehen aber nach Innen gerichtete Tätigkeitsbekundungen. Und das ist kein kleines Problem. Tatsächlich sind diese Antworten geradezu ursächlich für den mangelnden Fortschritt der meisten Agilen Transformationen.

Denn anstatt Agilität konsequent von Außen nach Innen zu denken, hat sich eine Benchmarkmentalität entwickelt. Damit meine ich, dass verglichen wird, ob man gemessen an dem Beispiel anderer Unternehmen ähnliche Vorhaben in Angriff genommen hat.

Woran das liegt?

Um das Thema der Agilität ist eine Industrie entstanden. Diese Industrie vertreibt Lösungen. Und durch die Überkommunikation der Lösungen ist das Problem in Vergessenheit geraten. Es geht nur noch um die Lösungen.

Überall wird verglichen, wer welche Lösungen wie umsetzt. Ob damit ein Problem verschwindet, rückt kommunikativ in den Hintergrund.

Natürlich wird pro forma „die Wozu-Frage“ gestellt. Aber die wird ebenso voreilig mit der abstrakten VUCA-Bedrohung weggebügelt.

Hier sind 3 konkrete Tipps für Dich als konstruktiven Störenfried in Deinem Unternehmen:

  1. Frage demnächst jedes Mal, wenn eine Lösung präsentiert wird, welches konkrete Problem, einer konkreten Kundengruppe, in einem konkreten Wettbewerbsumfeld dadurch besser bearbeitet werden kann als heute.
  2. Prüfe wer einen Nutzen von der Einführung der Lösung hat. Also wer profitiert? Und wie genau profitiert er/sie/es. Oft stellt man fest, dass es zwar Profiteure gibt, dass die aber nichts mit dem Erfolg des eigenen Unternehmens zu tun haben. (Stichwort: Sekundärinteressen von Managern, Beratern o.ä.).
  3. Frage welche informellen Leistungsträger in dem betroffenen Bereich sich selbst freiwillig für die Einführung der Lösung stark gemacht haben. Wenn sich keiner zeigt, kann das Grund zur Beunruhigung sein.

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Blogauthor Mark Poppenborg intrinsify.me
Mark Poppenborg

Mark ist Unternehmer und Vortragsredner. Und vor allem ist er unser Gründer. Mark führt seine tiefgreifenden Erkenntnisse auf unkonventionell inspirierende Weise in seinen Speaker-Auftritten, Seminaren und Management-Sparrings der Wirtschaft zu. Seit seiner ersten Gründung 2010 hat Mark viele weitere Unternehmen und Projekte initiiert. Insofern ist er nicht nur als Vordenker sondern auch als Vormacher bekannt. Er kombiniert seine aufklärerischen und desillusionierenden Impulse stets mit praktischen Inspirationen und Handlungsanweisungen.

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