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Bewerber auf der Jagd nach Job Schnäppchen

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Bildnachweis: © slena – depositphotos.com

Warum die wirklichen Talente draußen bleiben

„Und, was machst Du beruflich?“ „Ich bin bei XY.“ „Gefällt’s Dir?“ „Ja, ich hab flexible Arbeitszeiten und kann die Kleine auch im Betriebskindergarten unterbringen.“

So oder so ähnlich läuft‘s typischerweise ab, so ein Gespräch über den Job. Der Arbeitgeber wird als Lieferant gesehen, der einem irgendwie einen Ausgleich bieten muss für die tägliche Arbeit. Und auf der anderen Seite? Da jammern die Unternehmen, dass sie keine wirklich guten Leute finden. Was ist hier los?

Wenn ich mit Schnäppchen locke, kriege ich Schnäppchenjäger…

Vielen Unternehmen fällt die Gewinnung echter Talente schwer. Und so locken sie, was das Zeug hält – mit flexiblen Arbeitszeiten, mit Diensthandy oder mit Fitnessstudio. Und trotzdem bleiben die Talente aus. Trotzdem? Oder vielleicht gerade deshalb?

Denn all die wunderbaren Dinge, die die Unternehmen in die Waagschale werfen, ziehen genau die Mitarbeiter an, die einen solchen Ausgleich suchen. D.h. die Leute kommen wegen der „Goodies“ – nicht wegen der Arbeit. Sie kommen als Konsumenten – nicht als Mitstreiter.

Netzwerk statt Stellenanzeige

Wenn ich als Unternehmen Mitarbeiter haben will, die wirklich für das brennen, was ich tue, dann muss ich sie eben auch genau dort packen – bei ihren Leidenschaften. Ich muss ihnen Geschichten erzählen. Mit ihnen meine Träume teilen. Sie an mich binden. Die Mitarbeiter, die sich dann angesprochen fühlen, die sind auf der gleichen Wellenlänge. Die haben genau das Rüstzeug im Gepäck, das ich brauche. Die sind gekommen, um zu bleiben.

Wenn Mitarbeiter und Unternehmen auf diese Weise zueinander finden, dann ist klar, dass beide nach Norden wollen. Dann muss man nur noch gemeinsam klären, wie man nach Norden kommt. Dann braucht es keine Kontrollmechanismen. Und ein Arbeitsausgleich ist dann auch längst nicht mehr so wichtig. Der Sinn ist das, was alle zusammen hält, nicht irgendwelche Anreize.

Der amerikanische Online Shop Zappos beispielsweise hat sich komplett von Stellenanzeigen verabschiedet – eben, weil es nur eine Flut von unpassenden Bewerbungen und nie eine echte Interaktion mit wirklich passenden Mitarbeitern brachte. Das Unternehmen veröffentlicht stattdessen jedes Jahr ein Culture Book – mit aktuellen O-Tönen der Zappos-Mitarbeiter, -Partner, -Kunden und -Lieferanten. Menschen, die damit in Resonanz treten, bewerben sich. Egal ob es flexible Arbeitszeiten gibt.

Seid Ihr auch ein Talent und findet keinen Zugang zu Eurem Wunschunternehmen, weil nur von zentraler Stelle mit Goodies gewedelt wird? Verzichtet auf die Bewerbung, sucht lieber den direkten Kontakt. Und wenn Ihr dann echtes Interesse spürt, dann los. Sonst lieber bei einem anderen Kahn anheuern. Für mehr happy working people!

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