Blogauthor Lena Stiewe
von Lena Stiewe  

Lena Stiewe ist Sozialwissenschaftlerin, Contentmaschine & Marketing Allrounderin – und hat so ihre ganz eigenen Erfahrungen in der „alten“ und „neuen“ Arbeitswelt gesammelt. Heute spricht sie gerne offen und mit Humor über ihren Weg hin zu einer Arbeit, die ihr Können und ihre verschiedenen Interessen vereinbaren lässt.

Im Podcast von intrinsify interviewte sie von 2018-2020 spannende Gesichter aus der Szene der Neuen Wirtschaft und stellte dabei auch schonmal die ganz praktischen Fragen, die einem in so einer Situation in den Sinn kommen können.

Uns und andere aushalten – Arbeit an uns selbst

15. Dezember 2019    Keine Kommentare

Leseempfehlungen für die stille Jahreszeit

Oft schafft man gerade dann einen großen Nutzen, wenn man lernt und andere an diesem Lernen teilhaben lässt. Und ich habe die letzten Monate extrem viel gelernt. Meine Welt wurde mehr als einmal auf den Kopf gestellt. Ich hab durch diverse Situationen realisiert, dass ich bei weitem nicht so aufgeräumt, so klar, so empathisch, so verständnisvoll, so aufgeklärt bin, wie ich dachte.

Falls Du den persönlichen Part überspringen möchtest, klicke gleich hier, um zu meinen persönlichen Buchempfehlungen für diese stille Jahreszeit zu gelangen.

Bildnachweis: © .shock – depositphotos.com

Da war zum Beispiel dieses Argumentationstraining gegen rechte Parolen, das ich im Rahmen meiner Freiwilligenarbeit für Geflüchtete besucht habe. Ich war hochmotiviert, die anderen Teilnehmer*innen auch. Ich dachte, ich kriege dort knallhartes Werkzeug an die Hand. Lerne Zahlen, Daten, Fakten. Wenn ein Reichsbürger A sagt, kann ich künftig B antworten. But I was wrong.

Wir lernten in erster Linie, Achtsamkeit für uns und unsere Situation zu entwickeln, zu erkennen, wie es uns geht, zu beobachten, mit wem die Diskussion stattfindet, in welchem Umfeld, mit welchen Medien und Nachrichtenlagen wir uns selbst umgeben. Wir lernten, resilient(er) zu sein und zu wissen, wann wir im Umkehrschluss auch sagen sollten „Ich finde diesen Austausch wichtig, kann das aber im Moment nicht“. Und vor allem übten wir uns in Empathie. Wir sollten nachvollziehen, warum zum Beispiel eine Verwandte, ein Bürger am Infostand, der Nachbar, die beste Freundin so oder anders auf einen Zusammenhang schaut und wie es der Person dabei geht.

Das hat mich nachhaltig beschäftigt. Und mir klar gemacht, dass ich, wenn überhaupt, früher mit einer überzeugen wollenden Haltung in solche Gespräche gegangen bin. Ich habe früher nicht Dialog gesucht, um den anderen zu verstehen, eine andere Sichtweise kennenzulernen, etwas zu lernen oder mich umstimmen zu lassen. Wenn überhaupt, dann wollte ich eigentlich nur die Situation nutzen um klarzumachen, dass ich Recht habe. Der oder dem anderen „helfen“, es doch endlich zu verstehen.

Diskurs geht anders

Und das ist unverschämt. Denn so kann Diskurs nicht funktionieren. Wenn ich ein Gespräch beginne, muss es zumindest die Haltung geben, dass die oder der andere mit einem Argument Recht haben könnte. Ein anderer Blickwinkel bereichern kann. Und eben, dass es in erster Linie darum geht, das Gespräch führen zu wollen, um Verständnis füreinander aufzubringen, auch wenn man am Ende der Unterhaltung sagt „ich sehe das anders“, „ich erlebe es anders“, „ich bin nicht deiner Meinung“.

(Natürlich hat da Jede und Jeder seine eigenen Grenzen. Ich diskutiere nicht mit jemandem, der ideologisch vollkommen rechts steht, da ich solche Personen als nicht mehr offen für andere Sichtweisen wahrnehme. Aber das muss halt jedeR für sich selbst entscheiden.)

UND, das ist für mich auch eine zentrale Erkenntnis: Ich darf die andere Person deshalb trotzdem noch mögen. Ich muss nicht mit ihr brechen, weil sie eine andere Position hat. Im Gegenteil, bei der aktuell vorherrschenden Debattenkultur und der schlechten Angewohnheit, sich nur noch mit Gleichgesinnten zu umgeben, würde es vielleicht gerade gut tun, das auszuhalten. Neue Hintergründe und Argumentationen zu hören. Nur zu hören! Um überhaupt entscheiden zu können. Aber auch, um sich noch unterhalten und in die Augen schauen zu können, ohne dass man die Atmosphäre im Raum mit einem Messer schneiden kann.

Falls Du bei Dir die ähnliche Beobachtung machst, dass Du andere Meinungen oder Glaubenssätze als die eigenen schon fast nicht mehr erträgst, ist es ein möglicher Weg, gegen diesen „Confirmation Bias“ anzutrainieren – auf unserem letzten Wevent hat unser Gründer Mark Poppenborg eine Session dazu gemacht:

Foto von einer Flipchart mit gesammelten Tipps gegen #Confirmation Bias"

Versuche, öfter gedanklich einen Schritt zurückzutreten und Dich zu fragen, warum genau Dir gerade etwas nah geht. Oder warum Du eine Position so absolut nicht hören willst. Kenne Dich, achte auf Dich, lese und respektiere andere.

Doch warum hole ich so weit aus und erzähle Dir davon?

Weil ich wie andere auch feststelle, dass wir uns aktuell persönlich wie online eine Debattenkultur eingefangen haben, die uns massiv voneinander entfernt, Fronten verhärtet und jeglichen konstruktiven Austausch bremst.

Weil wir bei hochgradig relevanten und weichenstellenden Debatten gerade erst am Anfang sind – und dabei alle eigentlich schon keinen Bock mehr haben. Und das ist doch die eigentliche Tragik. Denn wir MÜSSEN mehr reden. Nur bitte anders als bisher.

Ich wünsche mir und sehe einen hohen Bedarf an Austausch darüber, wie wir arbeiten wollen. Wie wir zusammen leben wollen. Wie wir Teilhabe, Komplexität, Diversität, wie wir mit Ambiguität leben wollen.

Wie wir es schaffen können, als Gesellschaft nicht auszugrenzen und völlig auseinanderzudriften, weder sprachlich noch medial. Wie wir zum Beispiel Bildung anders gestalten und unternehmerische Prinzipien mehr abbilden können. Oder die Kolonialgeschichte dieser Welt künftig so besprochen wird, dass wir die gesellschaftlich notwendige Debatte über Rassismus überhaupt erst einmal aushalten können (siehe Buchempfehlung Nummer 2).

Kaum auszuhalten

Viele können scheinbar das Wort „Gender“ kaum noch aushalten, ich stöhne auch fast innerlich auf. Weil mich die Art, wie wir von Anfang an darüber geschrieben und geredet haben, inzwischen nervt. Auf mich wirkt vieles inzwischen von vornherein belastend, vereinnahmend, hysterisch, vorwurfsvoll. Und wir verlieren so nur Zeit. Das erinnert mich an die Szene aus „atypical“, wo der Familienvater in der Selbsthilfegruppe wirklich versuchen will, sich mitzuteilen, und sofort dafür kritisiert wird, dass er seinen Sohn „Autist“ nennt und nicht „Mensch mit Autismus“.

Du hast eine Meinung, wie es richtig sein kann? OK. Aber zwing sie nicht auf. Hab ich auch versucht, ist aber übergriffig. Ich persönlich halte es für wertvoll, sich mit Gender und diverser Sprache auseinanderzusetzen, andere (vielleicht noch) nicht. Und ich fürchte, Vorwürfe zu machen und für Fronten und Ablehnung zu sorgen, lösen diese Vorbehalte nicht auf – im Gegenteil. Stattdessen einfach mal ein Angebot – Wenn Du magst: Probiere diverse Sprache doch einfach mal aus. Auch wenn Du das als störend oder unleserlich empfindest, versuch es mal – und beobachte, was das mit Dir macht. Ob das auch für Dich etwas verändert. Es ist jetzt nicht so, als ob ich immer daran denke, aber ich versuche mich. Auch Dank solcher coolen Initiativen wie dieser hier. Und wenn Dich Sprache und Co noch weiter interessieren, kannst Du hier mal einen tieferen Blick reinwerfen. Und dann tauschen wir uns neu aus?

Für mich ist Sprache ein mächtiges Werkzeug und diverse und abbildende Sprache trägt für mich maßgeblich dazu bei, Gleichstellung und Sichtbarkeit zu unterstützen und eigene Filter sowie die eigene Wahrnehmung zu beeinflussen. Nur hab ich für dieses „Alle Cis Männer!“, „Weiße Männer!“, „Gendergaga!“ keine Nerven mehr.

Die Vierergruppe in der Bahn

Ich persönliche glaube, dass man sich Teilhabe und Sichtbarkeit vorstellen kann wie so eine Vierer-Sitzgruppe in der Bahn: Allein und breitbeinig ist natürlich am bequemsten, und wenn Fremde dazukommen, ist es erst einmal nervig. Du musst Dich zusammenreißen und Platz machen und kannst nicht jedem Bewegungsdrang nachgehen. Aber am Ende passen eben alle vier hin. Und Dir wurde Dein Platz deshalb nicht weggenommen. Und wenn man sich etwas kennenlernt, versteht und Verständnis für einander aufbaut, findet man es vielleicht sogar ganz gut, nicht alleine da zu sitzen.


Aushalten

Wenn wir Komplexität, Ambiguität, Schnelllebigkeit aushalten wollen, müssen wir uns und andere aushalten. Uns fragen und nachvollziehen, warum uns eine Person, eine Meinung, eine Verhaltensweise so „an die Nerven“ geht. Welches Bedürfnis, welche Angst oder was auch immer das in uns anspricht. Wir können, Jede und Jeder von uns, lernen, bei uns selbst anzufangen statt anderen Vorwürfe zu machen, abrechnen zu wollen oder nach Jemandem zu schreien, der es richten soll.

Es braucht Arbeit an Uns – freiwillig, ohne diesen Paternalismus, der einem konkret vorschreiben will, wie. Und die Bücher, die ich Dir deshalb heute empfehlen möchte, setzen bei diesen Themen an.

New Work needs Inner Work

Cover "New Work needs Inner Work"

„New Work needs Inner Work: Ein Handbuch für Unternehmen auf dem Weg zur Selbstorganisation“, Vahlen, 2. Auflage, 152 Seiten

Spätestens jetzt wirst Du gemerkt haben, dass ich emotional bin. Ich nehme mir Sachen schnell zu Herzen, und oft habe ich mir schon gewünscht, dass es nicht so wäre. Oder habe gedacht, ob ich vielleicht im Bereich der Sozialarbeit besser aufgehoben wäre als in der Wirtschaft.

Und doch ist für mich auch klar: wenn wir es weiter schaffen, in so einem Wohlstand zu leben wie heute und sich sowohl Wissensarbeit als auch Produzierende Arbeit weiter so verändern wie in den letzten Jahren, dass es auch wohl mal diese „Fühligeren“ in Teams braucht.

Um Raum zu öffnen für Diskurse wie oben. Oder um auch mal Persönliches am Arbeitsplatz überhaupt möglich zu machen. Geht für mich auch gar nicht anders: wenn wir ständig und überall arbeiten können wollen, ist es doch nur wahrscheinlich, dass öfter auch mal eine Befindlichkeit oder ein Trauerfall oder ein Bedürfnis mit am Tisch sitzt. Und dann braucht es Einen, der das ausspricht.

Und genau das hat mir dieses Buch noch einmal hervorragend klar gemacht. Die beiden Autorinnen Joana Breidenbach und Bettina Rollow sehen Inner Work als Voraussetzung, um mit Komplexität umgehen zu können. Und schaffen es pointiert und einfühlsam, herauszustellen, warum: Wenn äußere Strukturen wegbrechen, brauchen wir mehr innere Strukturen.

Es gibt in dem Buch die ein oder andere begriffliche Unschärfe, die mir aufgefallen ist. Man kann Selbstorganisation nicht „einführen“. Selbstorganisation ist immer da – und wird noch zu oft verhindert. Die Unterscheidung zwischen Führung und Steuerung machen bei weitem noch nicht viele, ich erachte sie aber als extrem hilfreich bei der systemtheoretischen Betrachtung von Unternehmen. Fehler und Irrtum nicht zu unterscheiden finde ich da schon schwieriger.

An sich ist es jedoch sehr gut möglich, über begriffliche Ungenauigkeiten hinwegzulesen, wenn man betrachtet, was das Buch sein will: ein Praxis orientiertes Handbuch, damit Ansätze rund um „New Work“ nicht als Trend missverstanden und dadurch in Frage kommende Methoden und Werkzeuge völlig verbrannt werden.

Beispiel gefällig? Auf einer Veranstaltung traf ich neulich eine ehemalige Teamleiterin. Gekündigt nach einem Scrum Sprint von 3 Wochen – so viel Zeit hatten alle im Unternehmen, um sich auf die neue „agile“ Organisation ohne „zu viele Hierarchien“ einzustellen. Für mich ein fatales Missverständnis von „Agilität“ aus dem Wunsch heraus moderner, wendiger, „new workiger“ zu werden. Und genau solchen Missverständnissen möchten Joana Breidenbach und Bettina Rollow vorbeugen, so unterstelle ich den beiden.

Das Buch richtet sich also vor allem an Neueinsteiger in die Thematik rund um den Klammerbegriff New Work, die erst einmal greifen und einschätzen wollen, um was es hier überhaupt geht und wie man vorgehen kann. Und deshalb ist es auch die erste Empfehlung von mir – gerade weil ich glaube, dass die Blase, die sich aktuell mit Neuer Arbeit und Moderner Unternehmensführung beschäftigt, noch ziemlich klein ist und viele jetzt erst neu dazu kommen.

Und bevor ihr in Eurer Organisation loslegt, um Chefs oder Meetings abzuschaffen, weil ihr glaubt, dass man das ja heute so macht, lest erst dieses Buch. Besprecht die Praxisfragen, diskutiert die aufgeführten Prinzipien, nutzt eine der Übungen.

Denn „New Work needs Inner Work“ schafft ein Bewusstsein dafür, dass neuen Herausforderungen nicht mit den alten, rein äußerlichen Versuchen der Steuerung, der Prozessvorschrift oder neuen Regeln beizukommen ist.

Oder, wie sie schreiben: „Während in einer klar strukturierten Organisation feste Hierarchien, Regeln und Prozesse dem Mitarbeiter eine Orientierung im Außen geben, ist der selbstorganisiert arbeitende Mensch darauf angewiesen, dass er viele verschiedene Signale lesen kann.“ Und weiter: „Je weniger sich Menschen an äußeren Strukturen orientieren können, desto mehr müssen sie in der Lage sein, innere Prozesse und Botschaften wahrzunehmen und korrekt zu interpretieren.“

Wer zu den „softeren Themen“ Mindset und Co. noch tiefer einsteigen möchte, kann übrigens diese Podcastepisode hören, aus der ich auch diesen Buchtipp habe.

 

Cover "was weiße Menschen nicht..."

„Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten“, hanserblau, 4. Auflage, 208 Seiten

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten

Ich wusste so viele Fakten, Hintergründe und essentielle Punkte im Rahmen dieser für mich nun absolut notwendigen Debatte über Rassismus einfach nicht – Eine sehr augenöffnende Leseempfehlung, die man aushalten können muss:

Alice Hasters hilft zu erkennen. Und das pointiert, ehrlich, persönlich und bestimmt: Wie strukturell verankert Rassismus heute ist und dass wir diese Ausgangslage als Chance für Verständnis, gemeinsames Lernen und Weiterentwicklung verstehen können.

Wir sollten lernen, BIPoC, also Black Indigenous People of Colour richtig zuzuhören, das Gehörte verarbeiten und uns anschließend gemeinsam weiterentwickeln und in Dialoge gehen, um bisher zu lang Akzeptiertes oder Nicht-Hinterfragtes zu verändern.

In diesem Buch zeigt sie eindringlich und für weiße Menschen bedrückend auf, welche Erfahrungen sie mit Rassismus macht und was diese für sie, für ihre Familie, für ihren Werdegang bedeuten. Als weiße Person erinnert man sich beim Lesen an ähnliche Situationen, wie die, die aus ihrer Sicht geschildert werden, begreift eigene Fehler, sieht sich selbst im Rückspiegel etwas Rassistisches tun oder sagen. Shit.

Und genau DAS gilt es auszuhalten und zu beobachten, um zu verstehen. Trotz Scham. Trotz dem Aufflackern von Erkenntnis und dem Bedauern über eigene Fehltritte. Ohne gleich dagegen halten zu wollen, weil es ja gar nicht sein kann, dass man gerade eine rassistische Vokabel verwendet hat, weil man es ja nie so meinen würde.

Alice Hasters ist 1989 geboren und hat ein kluges, authentisches, aufklärendes, informierendes, für die aktuelle Debatte so wichtiges Buch geschrieben – und das, während sie mit dem rassistischen Narrativ umgehen lernen musste, dass People of Colour dümmer seien als weiße Menschen – und deshalb lange zweifelte, ob sie eben klug genug sei.

Es ist so beschämend, dass wir noch viel zu vielen Menschen Talent, Chancen oder Können absprechen, nur weil sie nicht mitteleuropäisch aussehen. Wenn wir nicht damit aufhören, eurozentrisch zu urteilen, können wir uns als Gesellschaft nicht weiterentwickeln – so bin ich ziemlich überzeugt.

Diversity & Inclusion sind gerade groß angesagt als Ziele für HR Abteilungen und Personaler*innen – aber da gehört eben auch mehr dazu als sich nur das „d“ für divers in die Stellenausschreibungen zu schreiben.

Wer einen ersten Eindruck bekommen möchte, kann auch dieses sehr gute Interview hören.

 

Der Führerfluch

Cover "Der Führerfluch"

„Der Führerfluch: Wie wir unseren fatalen Hang zum Autoritären überwinden“, intrinsify Verlag, Neuauflage, 248 Seiten

Kaum ein Buch hat mich dieses Jahr mehr beschäftigt, mehr zum Grübeln gebracht, mehr gezeigt, wo ich voreingenommen war. Wo ich noch nie drüber nachgedacht habe. Und wo mir Zusammenhänge deutlich wurden, die ich seitdem immer öfter sehe. Durch die Lektüre von „Der Führerfluch“ wird deutlich, dass es möglich ist, unsere Gesellschaft zu erneuern, ohne „dass es dafür zu großen Verwerfungen und zu großem Leid kommen muss.“

Dass wir ständig und überall eigentlich jemanden herbeiwünschen, der oder die für uns regeln soll, was uns gerade stört. Doch Verantwortungsübernahme bedeutet einfach das Durchbrechen alter Muster und eben auch echte Arbeit – Arbeit, für die wir bereit sein sollten, wenn wir wirklich wollen, dass sich etwas ändert.

Lars` Buch ist wichtig. Und Du solltest es kennen. Und ich hätte es nicht gelesen, wenn ich nicht für ihn arbeiten würde – weil ich den ersten Titel nicht mochte. Weil ich voreingenommen war und befürchtet hatte, dass das irgendwie populistisch sein könnte oder meinen Einstellungen und Werten widerspricht.

Ist es nicht, und tut es nicht.

Und ich bin sehr dankbar dafür, dass meine manchmal schon emotional so aufgeladene, festgefahrene Meinung durch ihn und Mark ständig in Aufruhr ist. Das kostet Kraft, und das kostet mich Nerven, und ich wachse daran. Ich bin quasi ständig Unterstützerin und zugleich Adressatin für die Aufklärung, die wir mit intrinsify betreiben wollen.

Ich meine – hast Du schon gesehen, wer eine Keynotespeakerin beim work-X Festival 2020 ist? Tamara Wernli: Autorin, Kolumnistin und  „Antifeministin“. Und erst dachte ich „Oh nein. Bitte nicht.“ Und sofort habe ich beobachtet, was da wieder für ein altes Muster bei mir greift, und dass ich doch eigentlich a) lernen und verstehen will, b) selbst denken will c) mich deshalb jetzt erst Recht auf sie freue. An der Keynote werde ich mich richtig aufreiben und aufregen können. Und es wird etwas mit mir machen, da bin ich sicher.

Dialogbereitschaft, Aufbau von Verständnis, Arbeit an meiner Resilienz und Achtsamkeit, Horizonterweiterung – das bleiben definitiv auch in 2020 meine Themen und werden vielleicht auch Deine.

Denn ich glaube, es braucht Brückenbauer mit einem Bewusstsein für diese Themen in Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Die Bücher habe ich entweder geschenkt bekommen oder aus Interesse selbst erworben.
Zwei der Bücherlinks sind Amazon Affiliate Links. Solltest Du die Bücher auf unsere Empfehlung hin kaufen, freuen wir uns über die kleine Tippgeberprovision. Möchtest Du sie umgehen, dann gib den Buchtitel einfach direkt bei Deinem Buchhandel des Vertrauens an.
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