Eindrücke vom Peter Drucker Forum

Ein Beitrag von: Berit Schubert

Die Gewinnerin unserer Verlosung berichtet vom Drucker Forum in Wien

Erfahrungsbericht unserer Gewinnerin vom Drucker Forum

Bildnachweis: © Peter Drucker Society

Vom 17.-18. November fand in Wien das 8. internationale Peter Drucker Forum unter dem Motto „The Entrepreneurial Society – Moving beyond a society of employees“ statt. Als Kooperationspartner der Peter Drucker Society haben wir letztes Jahr eine Freikarte auf unserem Newsletter verlost. Die Gewinnerin Berit Schubert berichtet von ihren Erfahrungen. Beeindruckend zu sehen, wie sich die Stellungnahmen einiger angesehener Management-Vordenker mit unseren überschneiden.

Berit Schubert:

Das Motto der Tagung geht zurück auf Peter Druckers Buch Innovation and Entrepreneurship (1985), in dem er eine enge Verknüpfung von Innovation und Unternehmertum aufzeigt und in dessen Abschlusskapitel „The Entrepreneurial Society“ ein gesellschaftlicher Ausblick gegeben wird.

Für Drucker sind es die Unternehmer, die eine Wirtschaft von Innovationszyklus zu Innovationszyklus treiben. Dabei entsteht ständig Neues, Industrien und Unternehmen erfinden sich neu, es kommt zu Umbrüchen und Durchbrüchen. Dieses Phänomen, von Schumpeter als kreative Zerstörung beschrieben, bezeichnen wir heute neudeutsch mit Disruption.

Dabei ist nicht jede Innovation gleich disruptiv. Eine für mich wichtige Erkenntnis war die Unterscheidung in growing innovation und sustaining innovation.

Die Podiumsdiskussion „The Value of Entrepreneurship“ mit Clayton Christensen, Philip Kotler, Anil Gupta und Roger Martin kreiste genau um diesen Ansatz: die Innovation, die aus Unternehmenssicht zu neuen Märkten und zusätzlichem Wachstum führt, und die Innovation, die aus Unternehmenssicht zum Fortbestand dient, in dem sie Altbekanntes auf dem neuesten Stand der Technik hält.

Geschäft in dieser Kategorie ersetzt immer bestehendes Geschäft (bei Technologie-Unternehmen gerne als Migration bezeichnet).

Für die disruptive Innovation ist mehr Kreativität gefragt und diese gedeiht deutlich besser (oder ausschließlich) in neuen Arbeits- und Organisationsmodellen. Zahlreiche Redner, u.a. Gary Hamel, Alex Osterwalder, Tim Brown haben dies näher erläutert, und Sara Armbruster von Steelcase brachte eindrucksvolle Fotos mit, wie sich dies auch in der Bürogestaltung widerspiegelt.

Die Arbeitsweise, die zu einer ‚growing innovation‘ führt, wurde vom Panel als ‚exploration‘ beschrieben.

Die ’sustaining innovation‘ dagegen gedeiht auch unter herkömmlichen Arbeits- und Organisationsmethoden ganz gut. Diese Arbeitsweise wurde als ‚exploitation‘ beschrieben, was zunächst ziemlich abwertend klingt, aber gut gemacht natürlich auch seine Berechtigung hat.

Bleibt es allerdings ausschließlich dabei, lässt sich kein technologischer bzw. wirtschaftlicher Umbruch oder Durchbruch erzielen.

Zahlreiche Kurzvorträge gingen auf die Innovation in der Exploration ein, so z.B. Lisa Hershman: „Innovation has to be decentralized, autonomous“. „Inspiration comes from everywhere, implementation is management“.

Philip Kotler plädierte dafür, dass Business Schools nicht nur Business Administration, sondern auch Business Creation lehren sollten, um für die Exploration gewappnet zu sein.

In der Paneldiskussion „Can Large Organizations be Entrepreneurial“ mit Bill Fisher waren sich die Herren einig, dass Veränderung nicht top down geplant werden kann und dass Unternehmen experimentierfreudiger werden müssen „Create experiments, not pilots“. Und schließlich brauchen Unternehmen ein Innovation und Value Creation Playbook, wie Curt Carlson ausführte, wenn sie Innovation ernsthaft und erfolgreich betreiben wollen.

Seine Definition: „Innovation is the creation and delivery of new customer value in the market place with a sustainable business model“. Damit das gelingt, muss sich unser Führungsverständnis ändern: „From setting direction to shaping context“ wie Rajeev Vasudeva erklärte.

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Geschrieben von

Blogauthor Berit Schubert intrinsify.me
Berit Schubert

Berit Schubert ist Senior Vice President Strategy & Corporate Development bei Unify, einem führenden Anbieter von Kollaborationslösungen. Unify versteht sich als Vorreiter des New Way to Work, der für den digitalen Arbeitsplatz von heute die passenden Werkzeuge für nahtlose Kommunikation und Zusammenarbeit bereit stellt. Berit Schubert hat sich seit Beginn ihrer Führungslaufbahn intensiv mit Leadership- und Managementthemen beschäftigt, inzwischen mit einem besonderen Augenmerk auf die Digitale Transformation. Im Vordergrund ihrer Arbeit steht die konsequente Ausrichtung am Kundennutzen und die Verbesserung der Zusammenarbeit im Team – unterstützt durch wirksame Führung und passende Technologien.

Erschienen am

Donnerstag, 12. Januar 2017
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