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Jahresabschluss – Das solltest Du auf dem Schirm haben

Mit diesen To Do`s kennst Du Deine Finanzen genau

Bildnachweis: © kozzi2- depositphotos.com

Mein erster Artikel im noch jungen Jahr hat eine persönliche Note.

Ich stelle Dir einige meiner ToDo`s vor, die mir seit Jahren helfen, den Überblick über meine Finanzen zu behalten.

Vielleicht ist etwas für Dich dabei, eine Praktik, die Du selbst übernimmst, oder einfach nur ein Denkanstoß. Ich nehme mir jedenfalls Anfang Januar immer ein wenig Zeit, um ein paar Zahlen zu aktualisieren, das alte Jahr zu reflektieren und auch etwas in die Zukunft zu schauen. Los geht’s.

Zahlen

Auf meiner Festplatte… Stopp. 2019! In der Cloud liegt die ein oder andere Excel-Tabelle. Zahlenkolonnen. Ja, ich bin Zahlenfreak. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, ich weiß. Mir helfen die Tabellen dabei, den Überblick im Finanzdschungel zu behalten.

Verbrauch und Kosten

Weißt Du eigentlich, wie viel Du jedes Jahr für die täglichen Dinge des Alltags ausgibst? Wir nutzen täglich Strom, Wasser und Energie zum Heizen. Einen groben Überblick darüber zu haben kann nicht schaden. Wie viel kostet das eigentlich monatlich?

Ich trage diese Zählerstände in meine Tabelle für die laufenden Kosten ein. Nach ein paar Jahren bekommst Du einen ganz guten Überblick darüber, wie viel Geld Du für die Grundversorgung ausgibst und wie sich Verbrauchs- und Preisänderungen auf die Kosten auswirken. Das gleiche lässt sich auch gut für das eigene Auto oder die eigenen Autos machen. Was kosten die eigentlich?

Hilfreich sind die gesammelten Daten auch bei Entscheidungen für oder gegen z. B. den Wechsel des Stromtarifs. Lohnt es sich die alte Heizung oder das Auto zu ersetzen? Oder doch noch einmal reparieren lassen?

Schulden

Schulden sind schon etwas Feines, oder? Erinnern mich etwas an die Bildzeitung. Keiner will sie haben, aber alle haben sie. Ich auch. Also Schulden. Als Immobilieneigentümer geht es auch meist nicht anders, aber das ist ein anderes Thema.

Wichtig beim Thema Schulden ist, dass man sie möglichst schnell wieder loswird – also, dass man mit der Tilgung vorankommt. In einer meiner Excel-Tabellen mit dem treffenden Namen „Finanzierung“ habe ich alle Darlehen und deren Tilgungspläne erfasst, inklusive Zinssätze, Zinsen, Tilgung und Sondertilgung.

Das hilft dabei, den Überblick zu behalten – und der Blick auf den Tilgungsplan motiviert zu Sondertilgungen. Sondertilgungen? Psychologisch schwierig! Das Geld ist weg und man sieht: nichts. Im Gegensatz zum neuesten 60 Zoll LED 4k Flat-TV.

Wenn ich aber eine Sondertilgung in die Tabelle eintrage, dann saust der Chart für den Kontostand Richtung Süden. Ebenso verringern sich die zukünftigen Zinszahlungen, Jahr für Jahr. Ein kleiner Psycho-Hack. Und danach ab zu Netflix auf dem alten TV, der tut es auch.

Bestände und Erträge

Zum Glück gibt es neben Kosten und Darlehenstilgung auch Erträge – also positiven Cashflow, Du erinnerst Dich.

Save the Date! Am 05. und 06. April 2019 wird Torben Müller in Hannover in einem Workshop für intrinsify Mitglieder eine Einführung in das Thema finanzielle Selbstständigkeit geben. Torben wird über die wichtigsten Schritte im Umgang mit Geld sprechen und dabei die Grundprinzipien der Absicherung finanzieller Risiken erklären. Du lernst dabei einen Ansatz für den Vermögensaufbau in Eigenregie kennen und kannst Deine eigenen Fragen entweder im Rahmen der Veranstaltung oder in einem persönlichen Coaching stellen. Unsere intrinsify Mitglieder werden wir schon bald per E-Mail einladen.

Photovoltaik-Anlage

Auf dem Hausdach sammelt eine PV-Anlage fleißig Sonnenlicht. In der Tabelle „Photovoltaik“ erfasse ich den Eigenverbrauch und die Lieferungen an das Energieversorgungsunternehmen. Das war dieses Jahr erfreulich, denn 2018 erntete die Anlage bisher die meisten Photonen. Das reduziert auf der einen Seite den Strombezug und steigert auf der anderen Seite die Einspeisevergütung.

Vielleicht hast du keine Photovoltaikanlage, aber ein anderes Investitionsobjekt. Eine vermietete Wohnung vielleicht? Mach Dir Deinen finanziellen Erfolg transparent! Das macht Laune und motiviert für weitere Investitionen. Das Leben ist wie ein Schneeball.

Bausparverträge

Zu dem Thema Bausparen gibt es sicher die unterschiedlichsten Meinungen. Lass mich Deine in den Kommentaren wissen! Meine Meinung: Es kann nicht schaden einen Bausparvertrag zu haben. Zum einen fließen so regelmäßig Beträge in den Vertrag, was die Sparrate erhöht. Zum anderen findet sich nach Zuteilung sicher eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit für das angesparte Geld. Und die Option auf eine Finanzierung hat man ja auch noch.

Moment mal – Hypothek und Bausparverträge gleichzeitig? Ja. Durch die heute historisch niedrigen Zinsen haben ältere Bausparverträge oft einen höheren Zinssatz als manche Darlehen. Ich nutze einfach die positive Zinsdifferenz. Auch dafür habe ich natürlich eine Excel-Tabelle, in die ich Einzahlungen, Zinsen und Kontostände erfasse.

Wertpapier-Depots

Namensgebung – Keep it simple: Die nächste Tabelle heißt schlicht „Depot“. Obwohl es sehr gute und ausgefeilte Tools für die Depot-Verwaltung gibt, nutze ich trotzdem eine recht einfache Tabelle, um die Bestände zu verwalten. Ich mag die Freiheit einfach eine neue Formel hinzufügen zu können.

Zum Jahresende erfasse ich darin die Jahresend-Kurse aller Wertpapiere, die Dividenden bzw. Ausschüttungen und die Dividendenrenditen einmal zum Kaufkurs und einmal zum aktuellen Kurs.

Und noch ein nützlicher Psycho-Hack: In schwierigen Börsenzeiten, wenn die Kurse wie gerade jetzt gen Süden tendieren, sieht man den Cashflow schwarz auf weiß. Mein bester Wert rentiert bezogen auf den Anschaffungspreis bei über 20%. Der darf auch mal im Börsenkurs zick zack fahren. In der Podcast-Episode zum Artikel spreche ich kurz über diesen Titel. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Anlageempfehlung!

Was macht das Gesamtvermögen?

Viel wichtiger als der Überblick über die Einzelteile ist aber der Gesamtzustand. Was hilft es, wenn der Sportauspuff den besten Sound liefert, das Getriebe aber in seine Einzelteile zerfällt? Mindestens am Jahresende verschaffe ich mir einen groben Überblick über den Wasserstand. Zum Thema Vermögen empfehle ich Dir auch noch einmal den Artikel „Dein Vermögen: Individuell wie Du“.

In der Tabelle mit dem treffenden Namen „Vermögen“ konsolidiere ich alle Verbindlichkeiten, liquiden Mittel (Tagesgeld, Wertpapiere, Bausparen, …) und illiquiden Mittel (Immobilie, gebundenes Geld) und erhalte dadurch drei Kennzahlen:

  • ​Die Summe meiner gesamten Verbindlichkeiten
  • ​Die „Worst Case“ Liquidität: liquide Mittel minus Verbindlichkeiten
  • ​Den Saldo, also die liquiden plus die illiquiden Mittel minus die Summer der Verbindlichkeiten

Action

Bis zu diesem Punkt ging es nur darum, Zahlen zusammenzutragen. Aber es gibt auch etwas Action.

Reinvestition der Dividenden und Ausschüttungen

Einige Unternehmen schütten einen Teil ihrer Erträge aus. Diese kommen über Dividenden bzw. bei Fonds per Ausschüttung beim Anteilseigner an. Für langfristig orientierte Anleger kann das ein Problem sein: Denn nur, wenn man die Ausschüttungen wieder reinvestiert, erhält man am Ende den vollen Zinseszins.

Die Gefahr ist groß eine Lücke auf dem Girokonto zu schließen oder das Geld einfach zu verkonsumieren. Denn oft handelt es sich dabei um kleinere Beträge, bei denen es sich auf Grund der Transaktionskosten nicht lohnt, sie wieder zu investieren.

Und genau so mies mache ich es auch! Die Euronen werden einfach verballert. Manchmal passt es und ich zahle eine Rechnung, manchmal ist es nur ein kleiner Einkauf oder das Geld geht sonst wie unter. Dafür setze ich mich am Jahresende aber vor meine Tabelle „Depot“, in der alle Ausschüttungen eingetragen sind. Diese investiere ich dann en bloc wieder in den Aktienmarkt.

Rückforderung der Quellensteuer

Bei Beteiligungen an ausländischen Unternehmen, werden bei der Zahlung der Dividenden in der Regel Quellensteuern einbehalten. In Deutschland werden die Erträge auch noch einmal besteuert. Daher kann es vorkommen, dass man die Steuern doppelt zahlt. Mit vielen Staaten hat die Bundesrepublik ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Zu viel gezahlte Steuern kann man sich zurückerstatten lassen. Wie das genau funktioniert, dafür gibt es gute Quellen im Netz.

Ich habe dieses Jahr die Rückerstattung zu viel gezahlter Steuern bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft beantragt. Der Aufwand dafür: etwa 30 Minuten. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie hoch die Dividenden waren und welchen Stundenlohn man haben möchte. Aber entgehen lassen solltest Du Dir diese Möglichkeit nicht.

Zeit zu reflektieren

Alles tote Materie: Zahlen, Daten, Fakten. Nützlich, wenn man sie erhebt. Aber nur, wenn man sie auch reflektiert, daraus etwas ableitet, vielleicht sogar Ideen generiert.

Neben dem ganzen Zahlenzirkus in den Excel-Tabellen führe ich seit einigen Jahren ein „Investmenttagebuch“. Wobei man „Tagebuch“ nicht so wörtlich nehmen darf: Zum Jahresanfang schreibe ich mir selbst einen kleinen Bericht über das letzte Jahr. Ja, wirklich nur mir selbst – zur Reflexion. Was lief gut oder schlecht? Wie entwickelten sich die verschiedenen Positionen im Depot? Wie war die Wetterlage an den Börsen? Rückblickend versteht man diese nämlich ganz gut. Im Gegensatz zu aktuellen Entwicklungen, die doch manchmal überraschen können.

Nach dem Rückblick folgt dann eine Auseinandersetzung mit der Strategie: Hat sich etwas so grundlegend verändert, dass eine Anpassung der Strategie sinnvoll erscheint? Meist ist die Antwort darauf: nein.

Dennoch notiere ich mir immer zwei oder drei Punkte, die ich im Auge behalten möchte und im nächsten Jahr noch einmal aufgreifen will. So ein Punkt war letztes Jahr der Umgang mit teuren aber steuerfreien Fonds, die ich schon lange im Depot hatte. Das simple Verfassen einiger Zeilen zur finanziellen Situation bringt Fragestellungen hervor, über die es sich lohnt nachzudenken. Und Entscheidungen. Die Fonds verkaufte ich zum Beispiel.

Der Aufwand lohnt sich

Mindestens einmal im Jahr sollte man sich etwas intensiver mit seinen privaten Finanzen auseinandersetzen. Ob man dabei gleich Zahlenkolonnen produzieren muss, sei dahingestellt. Einen gewissen Überblick sollte man aber haben. Und mit der Zeit bekommst Du ein Gefühl für gute Finanzentscheidungen.

Ich hoffe, Du konntest etwas mitnehmen – und vielleicht legst Du Dir für 2019 auch eine Tabelle, ein Investitions- oder einfach ein Finanztagebuch an.

So long, not short

Torben

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Geschrieben von

Blogauthor Torben Müller intrinsify.me
Torben Müller

Torben ist über die Themen sinnstiftende Arbeit und moderne Unternehmensführung auf Intrinsify gestoßen. Zwei seiner großen Leidenschaften sind Wirtschaft und Börse. Im Laufe seiner zwei Jahrzehnte Finanzmarkterfahrung, hat er sich entschieden seine privaten Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Heute investiert er strategisch und „passiv“, teilt seine Erfahrungen in Blogs und ist Sparringspartner in Finanz-Coachings.

Erschienen am

Donnerstag, 24. Januar 2019

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Christian Seedig
Gast

Klasse Beitrag und Danke für den Einblick in Deine finanzielle Welt. Da wir uns hier aber in einem Bereich befinden, der über „Neue Arbeitswelten und Denkweisen“ spricht und wir ja gerne diskutieren wollen würde ich mal die Gegenposition einnehmen. Das soll nicht dazu aufrufen seine Finanzen aus dem Blick zu lassen. Ich schaue auch mehr oder weniger regelmäßig auf meine Altersversorgung, Konten und Depots und habe Stromanbieter und Co. im Blick. Aber ich denke eine Gegenposition kann prima zum Diskutieren anregen. Was genau ist der Mehrwert für Dich und alle um Dich herum. Für Dich bringt es sicherlich ein gutes… Weiterlesen »

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