Was heißt es MIT statt AN den Mitarbeitern zu arbeiten?

Ein Beitrag von: Mark Poppenborg

Unternehmen bestehen nicht aus Menschen

Bestünden Unternehmen aus Menschen, dann ließe sich das in ihnen stattfindende teils idiotische Verhalten nur dadurch erklären, dass die Mitarbeiter Idioten sind. Und dann kann man nur mit Reparatur oder Rausschmiss der Mitarbeiter reagieren.

Spätestens die Beobachtung, dass die gleichen Mitarbeiterinnen in anderen Domänen ihres Lebens ganz kluge Dinge tun, bringt dieses Denkgebäude jedoch kräftig ins Wanken.

Deshalb – das weißt Du sicher schon – setze ich mir ja eine andere Brille auf und folge der Überzeugung: »Unternehmen bestehen nicht aus Menschen«. Das klingt zwar schräg, hilft aber, dem Geschehen in Unternehmen auf den Grund zu gehen.

Bildnachweis: © Aleutie – depositphotos.com

An dieser Sichtweise ecken viele an. Auf den ersten Blick wirkt sie nämlich menschenverachtend. »Es kommt doch auf den Menschen an«. »Eben«, entgegne ich dann meist.

»Gerade weil es mir auf die Menschen ankommt, möchte ich ihnen nicht die Schuld für das Verhalten in die Schuhe schieben.«

So weit so gut. Aber hier beginnt scheinbar das wirkliche Missverständnis. Zu meiner großen Freude konnte ich letztens endlich verstehen, wie dieses zustande kommt.

Mein Unternehmerkumpel Robert Ehlert (der Dir spätestens im Rahmen von intrinsify auch schon über den Weg gelaufen seien sollte), hat mich nämlich auf die Idee gebracht, dass man unter der Aussage »Arbeitet nicht AN den Mitarbeitern!« auch »Arbeitet nicht MIT den Mitarbeitern!« verstehen kann.

So ging es ihm wohl auch.

Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die meisten denken, ich wolle nicht MIT den Mitarbeiterinnen arbeiten. Aber natürlich macht die Arbeit MIT den Mitarbeitern Sinn. Mehr denn je. Denn schließlich ist die Wertschöpfung mehr denn je auf ihre Ideen angewiesen.

„Früher“ reichte ihre Pflichterfüllung, heute kommt es auf ihr Engagement an.

Und außerdem blickt jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter aus einer spezifischen Perspektive auf das Geschehen. Damit ist jede Beobachtung potentiell wertvoll.

Aus dieser Logik folgt eine Gegenüberstellung, mit der Du die Praktiken in Deinem Unternehmen auf die Probe stellen kannst.

 

Dass hiermit immer noch reichlich Zündstoff für gegensätzliche Sichtweisen geboten ist – womöglich gar mehr als vorher – halte ich für wahrscheinlich. Aber vielleicht hilft die Botschaft trotzdem:

Veränderung AN den Mitarbeitern zu unterlassen, verpflichtet keinesfalls dazu Veränderung OHNE die Mitarbeiter vorzunehmen. Das hielte ich für fahrlässig.

Das Video zum Beitrag:

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Blogauthor Mark Poppenborg intrinsify.me
Mark Poppenborg

Mark ist Unternehmer und Vortragsredner. Und vor allem ist er unser Gründer. Mark führt seine tiefgreifenden Erkenntnisse auf unkonventionell inspirierende Weise in seinen Speaker-Auftritten, Seminaren und Management-Sparrings der Wirtschaft zu. Seit seiner ersten Gründung 2010 hat Mark viele weitere Unternehmen und Projekte initiiert. Insofern ist er nicht nur als Vordenker sondern auch als Vormacher bekannt. Er kombiniert seine aufklärerischen und desillusionierenden Impulse stets mit praktischen Inspirationen und Handlungsanweisungen.

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