intrinsify

Schule gründen für Dummies

Wie Du das Bildungssystem selbst verändern kannst

Illustration, Mädchen vor Labyrinth zu einer Schule

Bildnachweis: © casaltamoiola- depositphotos.com

Die meisten Menschen, mit denen ich spreche, haben eine Meinung zum Schulsystem. Oder zu Bildung, sei es frühkindlich, universitär oder „on the job“ im Sektor Corporate Learning, Wissens- und Informationsmanagement sowie Personal“entwicklung“ (warum ich hier Anführungszeichen verwende, erklärt sich im Laufe dieses Artikels).

Häufig wird sich beschwert und gemeckert, Schuldige – entweder in Personen oder im System – werden gesucht. So wirklich lösungsorientiert und produktiv „ans Machen“ kommen die wenigsten. Ob es an fehlender persönlicher Relevanz, Zeit, Wissen oder mir nicht bekannten Gründen liegt, in diesem und in weiteren Artikeln möchte ich mit Dir teilen, was ich persönlich getan habe, um diese subtile Unzufriedenheit zuerst einmal zu präzisieren und daraus dann etwas zu erschaffen, was diese Unzufriedenheit beseitigen soll.

Kurzfassung: Ich habe mich einer Schulgründungsinitiative angeschlossen.

Wieso, weshalb, warum?
Als 2015 der Augenhöhe-Film erschien (wer ihn noch nicht gesehen hat, schnell nachholen), war ich wie vermutlich viele andere Menschen auch völlig platt und erst einmal überfordert mit den dort gesehenen Inhalten.
Unternehmen, in denen Kooperation mehr zählt als Konkurrenz, lösungsorientiertes Wirtschaften mehr als Status-Klüngeleien und Business Bullshit – „so etwas gibt es tatsächlich?“ dachte ich mir.

Über einen damaligen Kollegen angefixt hatte ich mir schon Gerhard Wohlands „Denkwerkzeuge der Höchstleister“ zugelegt, quasi verschlungen und war – spätestens nachdem ich mir dann privat zähe aber wertvolle Primärliteratur Niklas Luhmanns zu Gemüte führte – vollends im Themenkomplex „Systemtheorie und Organisationsentwicklung“ gefangen.

Ich begann zunehmend, mir selbst immer unangenehmer werdende Fragen zu stellen. Eine der häufigsten war wohl: Wenn ich mir meine drei Kinder so ansehe, mit ihrer ganzen Kreativität und ihrem Fokus, was muss denn bitte zwischen diesem Stand und Szenen wie „Müller, seien Sie mal kreativ, wir brauchen Ideen!“ im Berufsleben passieren?

Als meine Frau sich parallel im Rahmen ihrer Erzieherinnentätigkeit mit frühkindlicher Bildung, Bindung und weiteren Themen beschäftigte und wir uns irgendwann in der Mitte bei Gerald Hüther und Co. trafen, war zumindest für uns klar, dass ein großer Posten zwischen „kreative junge Menschen“ und „Menschen im Berufsleben, die den Anschein erwecken, von außen motiviert werden zu müssen“ die verschiedenen Bildungseinrichtungen sind, die man in Deutschland üblicherweise durchläuft.

Als wir dann in Kassel am Tag der Erde und über Facebook darauf aufmerksam wurden, dass es hier bei uns um die Ecke eine Initiative zur Gründung einer „Demokratischen Schule“ gibt, waren meine Frau und ich Feuer und Flamme – und das obwohl wir damals noch keine Ahnung hatten, was das überhaupt für ein Konzept ist.

„Schule gründen für Dummies“ – Die fünf Säulen
Jetzt mag man sich als Lesender fragen „Man kann doch nicht einfach so eine Schule gründen?“. Die Antwort darauf ist: „Doch, kann man. Aber einfach ist es nicht.“
Bevor ich in einem weiteren Artikel darauf eingehe, was uns in unserem konkreten Gründungsprozess an Herausforderungen vor die Füße fiel, werde ich hier die Grundlagen solch eines Vorhabens erläutern.

Für die Gründung einer „Schule in freier Trägerschaft“ – was der offizielle Name ist und einfach weniger elitär klingt als „Privatschule“ – gibt es fünf Säulen, die mit ihrer konkreten Ausprägung essentiell dafür sind, um in Deutschland eröffnen zu können. Am Beispiel der Gründung einer Demokratischen Schule – genauer einer Sudbury-Schule – erläutere ich diese hier etwas genauer.

Man benötigt ein Gebäude, einen Finanzplan, ein Konzept, Mitarbeitende und last but not least – Schüler_innen. Aus diesen Hauptpunkten leiten sich diverse Unteraufgaben ab, die mehr oder weniger kompliziert (oder komplex) sind. Der Einfachheit halber beginne ich bei dem Gebäude, obwohl (oder vielleicht gerade weil) es der Punkt war, der dafür gesorgt hat, dass wir nicht wie ursprünglich geplant 2019 eröffnen konnten.

Vorweg noch ein Disclaimer: Wer mit Dynamik und Unsicherheit nichts anfangen kann, sollte sich zweimal überlegen, ob er oder sie sich an einer Schulgründung beteiligt. Die Beschreibung „Achterbahn der Emotionen“ fiel nicht ohne Grund mehrfach in den knapp 3 Jahren, in denen wir uns mit der Thematik beschäftigten.

Das Gebäude
Klingt erst einmal einfach, ist es aber nicht. Am Gebäude hängen viele Faktoren, die von der Genehmigung eines Kredits (sollte man nicht selbst mit substantiellen Finanzmitteln ausgestattet sein) bis hin zum ganz praktischen Schulalltag reichen. Generell gilt:
Je näher das Gebäude an einer Regelschule ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es für den Schulbetrieb genehmigt wird. Das liegt zum Großteil an den geltenden Brandschutzbestimmungen, wie z.B. eine Treppenbreite von 1,20m (wenn es ein Treppenhaus gibt), 2 baulichen Rettungswegen und mindestens 3 getrennten Toiletten.

Für die Praxis ist ein Gebäude natürlich dann am besten geeignet, wenn es neben der technischen Eignung für Brandschutz & Co. auch räumlich genug Möglichkeiten bietet, in verschiedenen Räumen verschiedenen Aktivitäten nachzugehen.
Wenn es dazu noch ein großzügiges Außgengelände gibt (10m² pro Schüler_in), steht außer Geld wenig im Weg. Geld, das im Vorfeld für die Erstellung der Baupläne, des Bauantrags (auch bei einem bereits bestehenden Gebäude muss ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt werden), Brandschutzkonzept, Statik, etc. aufgewendet werden muss.

Konzept
Für das jeweils zuständige Schulamt, für die Initiative an sich und natürlich auch für den Betrieb benötigt man ein Konzept. Hier kann ich sagen, dass sich das Konzept auf die Parts „Allgemeines und Organisatorisches zur Trägerform und zum Betrieb“ und „Pädagogisches Konzept“ aufteilt.
Unser Konzept umfasst demnach insgesamt circa 80 Seiten, und wir nehmen dort Bezug auf alle Themen, die für das Schulamt und uns von Relevanz sind.

Beispielsweise zeigen wir auf, wie in einem Konzept ohne Klassen, Fächer und Jahrgänge die Kompetenzen der jeweiligen Bildungs- und Erziehungspläne bzw. der konkreten Curricula erreicht werden können. Dazu gibt es allgemeine Blöcke zum Verständnis des Lernens, der Rolle der Mitarbeitenden und Eltern, dem Raumkonzept für das Gebäude, den Demokratischen Gremien der Schule und Möglichkeiten der Erreichung von Schulabschlüssen. Mehr zu unserem konkreten Konzept berichte ich gern in einem späteren Artikel!

Finanzplan
Sowohl für Schulamt und Geldgeber, in unserem Fall die GLS Bank, benötigt man als Initiative einen Finanzplan. Dieser sollte alles enthalten, was für den Schulbetrieb relevant an Einkommen und Ausgaben ist.
Dazu gehören neben den Gehältern für Mitarbeitende und die Unterhaltskosten für das Gebäude (Miete, Versicherung, Reparaturen, etc.) auf der Ausgaben-Seite auch Einkommen wie die Ersatzschulfinanzierung¹, Schulgeld (falls erhoben), Zuschüsse aus Stiftungen, die verrechnet werden dürfen und natürlich auch aufgenommene Kredite.

Wir haben unseren Finanzplan von einer anderen Schulgründungsinitiative erhalten und darauf aufgesetzt. Er sieht eine Planung auf 10 Jahre im Voraus vor und ist ein relativ mächtiges Excel-Dokument mit diversen bedingten Formatierungen und Formeln, um verschiedene Schüler_innenzahlen, Mitarbeitende, Gebäudekosten, etc. abbilden zu können.

Schüler_innen
Es klingt erst einmal total logisch, dass man auch Schüler_innen benötigt, wenn man eine Schule eröffnen möchte. Welcher Aufwand gerade in puncto Öffentlichkeitsarbeit damit aber verbunden ist, also zum Beispiel entsprechend Reichweite zu generieren, auf das Konzept und die Initiative aufmerksam zu machen und die Leute „bei der Stange zu halten“, fällt gerne mal unter den Tisch.

Auch wenn es laut unserem Konzept keine Klassen und Jahrgänge gibt, ist es zum einen für das Schulamt, zum anderen aber auch für das Gefüge der Schulgemeinschaft wichtig, eine gewissen Verteilung der Altersstruktur in der Schulgemeinschaft zu haben.

60 Schulanfänger_innen sind eine genau so schlechte Ausgangslage wie 60 Sechstklässler_innen. Es muss hier keine Gauß’sche Normalverteilung sein, aber im Zweifel frag einfach bei dem für Dich zuständigen Schulamt nach, ob es hier Vorgaben gibt. Mit das wichtigste bei der Gewinnung von Schüler_innen für Dein Projekt ist aber, dass Du Eltern und jungen Menschen so früh wie möglich klar machst, was die großen Eckpfeiler des Konzepts sind.

Wenige Dinge sind ärgerlicher als schlechte Presse und PR nach der Eröffnung, weil die Erwartungshaltung von (meist) Eltern nicht dem entspricht, was im Schulalltag gelebt wird. Viele haben erst einmal ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn sie „Privatschule“ hören bzw. lesen – was noch ein Grund mehr ist, warum ich lieber „Schule in freier Trägerschaft“ sage. Und da solltest Du gerade bei Konzepten, die auf Input durch Schüler_innen setzen, klar machen, dass es für Eltern mit einer gewissen (Erwartungs-)Haltung schwierig sein kann, diese Freiheit auszuhalten. Schwieriger als es für die jungen Menschen ist, die damit erfahrungsgemäß wenige Probleme haben.

Mitarbeitende
Die Schulgemeinschaft einer (Demokratischen) Schule besteht neben den Schüler_innen natürlich auch aus Mitarbeitenden. Ich sage hier bewusst Mitarbeitende statt „Lehrer_innen“, weil wir keine Unterscheidung zwischen studierten Lehrer_innen und Menschen mit anderem fachlichen Hintergrund vorsehen und im Sudbury-Konzept ohnehin alle Menschen der Schulgemeinschaft in der Schulversammlung gleich stimmberechtigt sind.

Für das Schulamt ist es wichtig, dass die Schule – unabhängig davon, ob es laut Konzept ein formales „Organigramm“ gibt oder nicht – eine Pädagogische Leitung hat, die in aller Regel das zweite Staatsexamen haben muss. Wie es sonst mit der Quote „voll ausgebildeter Lehrer_innen“ mit zweitem Staatsexamen aussieht, ist – dem Föderalismus sei Dank – von dem zuständigen Schulamt abhängig.

Es gibt Fälle, in denen Quoten von 50% der festen Mitarbeitenden gefordert sind, es gibt Fälle, in denen pro „volle Klasse“ eine Kraft mit zweitem Staatsexamen angestellt sein muss. Das ist von Bundesland zu Bundesland, von Schulamt zu Schulamt und letztlich von Sachbearbeiter_in zu Sachbearbeiter_in unterschiedlich. Zusätzlich zum festen „Kollegium“, mit dem Du günstigerweise möglichst viele Fächer formal abdeckst, haben die meisten Demokratischen Schulen einen Pool an Honorarkräften, die für bestimmte Themen auf Stundenbasis hinzugezogen werden.

Das kann von der Schreinerin aus dem Nebenort über einen befreundeten Hispanistik-Absolventen bis hin zu einem interessierten Softwareentwickler, der gerne mal an Platinencomputern bastelt, so ziemlich alles sein, was relevant erscheint.

Trägerformen und Rechtliches
An dieser Stelle ein kleiner Ausflug in thematisch etwas trockenere Gefilde. Jede Schule – auch und gerade Schulen in freier Trägerschaft – benötigt einen Träger. Bei staatlichen Schulen ist das recht offensichtlich, bei anderen weniger klar. Die üblichste mir bekannte Trägerform ist der Verein.

Als e.V. mit ordentlichem Freistellungsbescheid (sprich: Gemeinnützigkeit) ist es sowohl möglich, Spendenbescheinigungen auszustellen (wichtig!) als auch formal als Träger der Schule zu fungieren. Andere Rechtsformen sind auch denkbar, aber weniger üblich und eher für Sonderfälle geeignet.

Hier schon einmal eine gut gemeinte Warnung: Vereinsarbeit, ordentliche Mitgliederversammlungen und speziell Satzungsänderungen in Zusammenarbeit mit dem Registergericht (das in Kassel noch recht analog unterwegs ist) ist teilweise sehr zäh und erfordert gesondertes Wissen und Kapazitäten, die sich damit beschäftigen können.

Technisch funktioniert das ganze so, dass der Träger bei Demokratischen Schulen der Schulversammlung ein Budget zur Verwaltung überlässt, über dessen Verwendung dann in der SV in verschiedenen Anträgen abgestimmt wird. Die Mitarbeitenden sind dann ebenfalls über den Träger bei der Schule angestellt.

Problemtransformation – Komplex und Kompliziert
Der ein oder andere kennt diesen Begriff schon. Als Problemtransformation bezeichnet man die Zerlegung eines Problems in komplexe und komplizierte Anteile.

Auch bei der Gründung einer Schule gibt es Anteile, die man relativ simpel nach einem Plan erledigen kann (z.B. die Gebäudebestimmungen. Die hat man, oder man hat sie nicht).
Es gibt aber auch immer wieder Anteile, die einen hohen Grad an Komplexität aufweisen, z.B. der Kontakt mit dem Schulamt, der Politik oder das Netzwerken mit potentiellen Multiplikatoren. Hier zu wissen, um welchen Teil es sich handelt, ist essentiell dafür, um mit den richtigen Mitteln und Erwartungen vorzugehen.

Deine Erfahrungen mit Schule
So, das waren also in aller Kürze die ersten Grundlagen des Vorhaben „Schulgründung“. In meinem nächsten Artikel geht es dann um unsere konkreten Gründungsprozess und die entstandenen Herausforderungen.
Um die Wartezeit bis dahin zu überbrücken, möchte ich Dich hier gerne auffordern, einschneidende Erfahrungen – ob positiv oder negativ – mit dem Bildungssystem, im Speziellen der Schule, hier in den Kommentaren zu teilen!

Und damit das nicht so schwer fällt, fange ich an:
Ich bin heute als Softwareentwickler tätig und hatte im Mathe-Abi (Grundkurs) stolze vier Punkte. Es gab in meiner Schullaufbahn genau einen Punkt, an den ich mich erinnere, in dem ich Mathematik für mich persönlich als relevant und interessant erachtete. Der Moment, in dem ich herausfand, dass man mit einer Formel exakt die genaue Menge an Verpackungsmaterial berechnen kann, die man benötigt, um einen Körper einzupacken. Ich habe danach geschlagene zwei Wochen lang nichts anderes gemacht, als Geschenke einzupacken. Mitten im Sommer.

Und ihr?

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in die „Black Box“ Schulgründung geben. Was wir zu den einzelnen Punkten in unserem Projekt konkret gemacht haben, erfährst Du also im nächsten Blogpost.

Patrick

Anderen intrinsify Mitgliedern hat Patrick übrigens schon einmal ausführlich von seinen Erfahrungen beim Gründen einer Sudbury School berichtet – die Aufzeichnung steht Mitgliedern hier zur Verfügung!
Selbst noch kein Mitglied? Wenn Du Dich für eine Mitgliedschaft bei intrinsify interessierst, klicke auf den folgenden Link.Mehr über die Mitgliedschaft erfahren

¹Die Ersatzschulfinanzierung ist etwas, was je nach Bundesland unterschiedlich geregelt ist. In Hessen bekommen Schulen in freier Trägerschaft ab dem vierten Schuljahr 75% dessen, was das Land Hessen einer Staatlichen Schule an finanzieller Unterstützung für den Betrieb zukommen lassen würde. Nordrhein-Westfalen z.B. hat keine dreijährige Wartefrist und 80% statt 75%, die Auflagen zur Genehmigung sind aber strenger. Das heißt für Hessen in der Praxis, dass die ersten drei(!) Jahre Schulbetrieb über einen Kredit und Schulgelder finanziert werden müssen.

Verpasse keine neuen Beiträge und werde zum Experten der Neuen Wirtschaft

Geschrieben von

Blogauthor Patrick Ziegler intrinsify.me
Patrick Ziegler

Als Softwareentwickler, Usability Professional und Personalverantwortlicher hat Patrick täglich mit Menschen verschiedener Hintergründe zu tun und unterstützt dort in Projekten rund um “Digitalisierung”. Privat ist er als Familienvater dreier junger Menschen und Beteiligter der Gründungsinitiative einer Freien Demokratischen Schule in Kassel mindestens ebenso eingespannt. Hier im intrinsify Blog schreibt er zu den Themen Bildung, Informations- und Wissensmanagement, Selbstorganisation und „Wieso es gut ist, Kunden früh in Projekte einzubeziehen und noch besser, Benutzer statt Käufer an Bord zu haben“.

 

6
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
3 Kommentar Themen
3 Themen Antworten
1 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
4 Kommentatoren
Lars InselmannAndreaPatrick ZieglerSteffen Liebener Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Steffen Liebener
Gast

Hallo Patrick, vielen Dank für den Einblick in die Thematik der Schulgründung. Fand ich sehr spannend und informativ. Bei mir zu Hause liegt eine Gründungsmappe des Bundesverbands freier Schulen (Bfas). Habt ihr den auch gehabt bzw. Euch daran orientiert?

Danke und viele Grüße aus Berlin
Steffen

Patrick Ziegler
Mitglied
Patrick Ziegler

Hallo Steffen,
ja den Leitfaden haben wir auch genutzt. Wir sind auch Mitglied im BFAS. Und in der EUDEC, dem europäischen Dachverband Demokratischer Schulen.
Der BFAS bietet auch immer wieder Gründungsworkshops an, wir waren in der Thematik ebenfalls an der Neuen Schule Hamburg unterwegs.
Wenn du konkrete Fragen hast, immer her damit. 🙂
Lg, Patrick

Andrea
Gast
Andrea

Lieber Patrick,
vielen Dank für deine Insights & Learnings.

Mich würde interessieren, wieviel Ressourcen (Menschen/Zeit) ihr bisher in den Prozess gesteckt habt. Also aus wie vielen Menschen besteht euer Kernteam, das die Dinge vorantreibt?

Ich bin vor Kurzem über die Escola Lumiar „gestolpert“. Das ist ein Schulkonzept, welches offenbar sowohl in privater als auch in öffentlicher Trägerschaft funktioniert. Das hat mich schon sehr neugierig gemacht und zu der Frage geführt: Kann man einfach so eine Schule gründen?

Dein Beitrag kam zu rechten Zeit und hat einen guten ersten Einblick gegeben 🙂
Herzlichen Dank und viele Grüße
Andrea

Patrick Ziegler
Mitglied
Patrick Ziegler

Hallo Andrea, unser Kernteam bestand im Verlauf des Projekts aus verschiedenen Mengen an Personen. Wir waren im Schnitt immer so um die 5-7 Personen verschiedener Hintergründe. Dazu haben wir einen erweiterten Unterstützer_innenkreis aus circa ~25 Personen, die punktuell Aufgaben übernehmen. Wir versuchen, einmal die Woche ein persönliches (Arbeits-)Treffen abzuhalten, wobei ich durch einen privaten Umzug bedingt derzeit eher passiv bin. Dazu kommen diverse Stunden im privaten Bereich. Ich denke, über den Verlauf der Gründung (ich bin seit Vereinsgründung im Mai 2016 dabei) habe ich im Schnitt ~5 Stunden pro Woche auf das Projekt aufgewendet, zusätzlich zu den Arbeitstreffen, die in… Weiterlesen »

Lars Inselmann
Gast

Hallo Patrick,

vielen Dank für deinen super Beitrag. In der Tat sehe auch ich das aktuelle Bildungssystem problematisch. Aus meiner Sicht vor allem, da vielfach in den Schulen die Teamarbeit (zumindest in Prüfungen) sanktioniert wird. Bulimielernen ist an der Tagesordnung. Konzeptionelles Denken und Kreativität werden nicht oder nur sehr bedingt gefördert.

Ich denke das sogn. „Phenomenon-Based Learning“ könnte ein spannender Ansatz sein, um die Schule und die Schüler wieder fit zu bekommen (http://lars-inselmann.de/index.php/2019/05/05/die-zukunft-des-lernens).

Noch besser als drüber zu schreiben ist es aber natürlich, selber aktiv zu werden. Ich wünsche daher viel Erfolg in der Schulgründungsinitiative!

Liebe Grüße aus Hamburg
Lars

Patrick Ziegler
Mitglied
Patrick Ziegler

Hallo Lars, danke für deinen Kommentar und deine Wünsche! Ich denke auch, dass es viele Dinge gibt, die grade im Argen liegen. Aber auch mehr Aufbruch, als man glaubt. Siehe Augenhöhe macht Schule. Was ich im Rahmen der Recherche zur Gründung besonders verstörend fand (was sich durch das Wissen um die Systemtheorie aber immerhin erklären ließ) ist der Fakt, dass viele Erkenntnisse, die am System bemängelt werden, seit Jahren, teilweise Jahrzehnten bekannt sind. Aber die Trägheit, mit der Änderungen am Systen zur Behebung dieser Missstände wirklich „auf die Straße kommen“, sucht ihresgleichen. Und das, obwohl selbst die Sachbearbeiterin unseres Projekts… Weiterlesen »

X