Artikel getaggt mit "New Work"

Prozessorientierte vs. Inhaltsorientierte Beratung von Unternehmen, die „New Work“ wollen

Ardalan Alexander Ibrahim   8 Kommentare  

Von Priestern und Narren „Wir wissen, was gut für Dich ist“. – In welchem Kontext, könnte dieser Satz fallen? Der erste, der mir einfällt, ist „Erziehung“. Und zwar Erziehung im Altvorderen-Style. In vielen individuellen Beratungskontexten wird dennoch weiterhin der Kunde in genau diesem Sinne „erzogen“. Oft punktuell, themengebietsbezogen. Oft mit Absicherungen („am Ende entscheiden Sie, was Sie tun…“) aber eben doch erzogen. Gemeinsame Annahme ist: Der Berater weiß besser, was für den Kunden gut ist als der Kunde selbst. Sinn macht das, wenn man eine Wissensasymmetrie zwischen Berater und Beratungskunden voraussetzt. So wird Rechtsanwälten, Ärzten, Steuerberatern, ja und manchmal auch Versicherungsvertretern eine solche Wissensasymmetrie unterstellt. Von beiden Seiten: Kunde wie Berater gehen davon aus, dass der eine „über die Sache“… weiterlesen

Wann Open Space Veranstaltungen Schaden anrichten

Mark Poppenborg   3 Kommentare  

Worauf man bei der Durchführung von Großgruppenformaten achten muss Aus der aktuellen Unternehmensstrategie die konkreten Unternehmensziele ableiten? Oder: Eine neue Geschäftsidee keimt auf, und sie braucht jetzt Futter – für ihren nächsten Schritt in Richtung Marktreife? Solche Prozesse sind in der Regel Chefsache… Ideen werden im exklusiven Kreis erarbeitet. Die erste Führungsebene, vielleicht noch die zweite. Feste Agenda, feste Arbeitsfenster, klare Ergebnisse. Aber die Exklusivität hat einen Haken: Man nutzt nur einen Bruchteil der Kompetenzen im Unternehmen, und am Ende müssen die Ergebnisse dann auch noch aufwendig in die Organisation hineingetragen werden. So richtig flutscht das nicht. Und so gehen Unternehmen mehr und mehr dazu über, Mitarbeiter in die Organisationsentwicklung einzubinden. „Wir haben schlaue Leute, das sollten wir nutzen!“ Die… weiterlesen

Landkarte der Neuen Arbeit

Bärbel Röpke-Stieghorst und Rainer Pivit   4 Kommentare  

Es wird viel über „New Work“, „Neue Arbeit“, „Arbeit 4.0“, „Management (3.0 und) 4.0“, „agile Unternehmenskultur“ und noch manch andere Begriffe gesprochen – und alle meinen in etwa das Gleiche. Es geht um Unternehmenskultur. Kultur ist in ihrer Vielfalt schwer in Worten zu fassen. Das Agile Manifest allein reicht nicht. Das Kultur-Modell von Frédéric Laloux hilft, Neue Arbeit zu verstehen, kann aber auch nicht alle Aspekte abdecken. Die Welt der Neuen Arbeit ist bunter und vielfältiger. Und so entstand die Idee bei einem Wevent im Herbst 2015, die Neue Arbeit in einer Landkarte zu skizzieren. Eine Sammlung an Landmarken wurden erstellt. Dann weiter ausgearbeitet, gezeichnet, gedruckt und schließlich als interaktive Landkarte online gestellt. Kennst du schon das „Ufer der Selbstwirksamkeit“?… weiterlesen

NewWork 3 Schritte-Check: Ist meine Change Maßnahme wirksam?

Mark Poppenborg   5 Kommentare  

Drei Schritte, um sinnvolle von sinnlosen New-Work-Maßnahmen zu unterscheiden Martens ist verzweifelt. Sinnierend geht er in seinem Büro auf und ab, eine steile Falte auf der Stirn. Er will das Unternehmen seines Vaters moderner aufstellen. Dafür braucht er Mitarbeiter, die mitdenken. Nicht einfach nur Erfüllungsgehilfen. Und ihm ist klar, dass es dafür auch andere Rahmenbedingungen für die Arbeit braucht. Mit New Work, das wusste er, spielte man ganz vorn mit. Also steht seit kurzem ein Kicker im Pausenraum. Zusätzlich bietet ein Wasserspender jedem Mitarbeiter noch kostenloses Durstlöschen. Und einer seiner Führungskräfte nimmt gerade eine Auszeit von sechs Monaten. Das ist doch was. Und trotzdem hat Martens das Gefühl, dass sich nichts bewegt. Nicht in den Köpfen der Mitarbeiter. Und auch… weiterlesen

Welche formale Konstitution passt zu Selbst- und Netzwerkorganisationen

Bernd Oesterreich   Keine Kommentare  

Die Genossenschaft und die Vereins-GmbH als Rechtsform in der neuen Arbeitswelt Wenn wir über Organisation und Führung von Unternehmen sprechen, dann meistens in Bezug auf die Organisation der angestellten Mitarbeiter eines Unternehmens. Aber was ist ein Mitarbeiter oder ein Kollege? Die Unterscheidung zwischen fest angestellten und selbständigen KollegInnen verschwimmt. Was bedeutet dies für die formale Konstitution eines Unternehmens? Immer öfter treffe ich Menschen, die neben ihrer Festanstellung auch Teilzeit-Selbständige sind und beispielsweise 1 – 2 Tage/Woche mit Unterstützung ihres Arbeitgebers ihren eigenen Beratungs-, Coaching-, Trainings-, Entwicklungs- oder Handelsgeschäften nachgehen. Ebenso registriere ich zunehmend, dass der Ansprechpartner eines Unternehmens dort gar nicht angestellt ist, sondern diese Rolle als Selbständiger per Dienstleistungs- und Beratungsvertrag ausübt. Aber auch immer mehr klassisch Angestellte arbeiten… weiterlesen

Unternehmensvision: Warum Leitbilder & Co. vor allem praxistauglich sein müssen

Mark Poppenborg   9 Kommentare  

Wie wichtig sind Unternehmensvisionen und Leitbilder in Unternehmen? Alice steht an einer Kreuzung im Wunderland, als die Grinsekatze plötzlich vor ihr erscheint. Alice fragt sie, welchen Pfad sie einschlagen soll: “Das kommt ganz darauf an, wo Du hin willst”, antwortet die Katze. Aha, ein Ziel braucht es. Soweit klar. Das bestätigt auch die gängige Unternehmens-Lehre: Jedes Unternehmen braucht dieses Ziel – den Nordstern. Der passende Begriff aus dem Lehrbuch: Die Vision. Gern auch in Begleitung mit den Kollegen „Mission“ und „Leitbild“. Diese Lehre ist jedoch längst nicht unumstritten. Und was für die einen unverzichtbar erscheint, ist für andere nur Spinnerei. Vision – was soll das bringen? Was soll dabei schon rumkommen, wenn ich mich auf einen Felsen setze und den… weiterlesen

4 Gründe warum Work-Life-Balance nichts mit moderner Führung zu tun hat

Mark Poppenborg   5 Kommentare  

Bonding geht anders. Über Work-Life-Balance wurden schon ganze Bücherregale vollgeschrieben. Immer wieder geht es darum, sich nicht von der Arbeit auffressen zu lassen. Einen Ausgleich zu schaffen. Neben dem Job auch noch andere – erfüllende – Tätigkeiten auszuüben. Dinge, die den Akku wieder aufladen. Man sprich von der sogenannten Quality Time – der wenigen Zeit, die man für die wichtigen Dinge im Leben hat. Und die soll man gut nutzen. Sich Zeit für die Familie nehmen oder fürs Hobby. Das haben auch die Unternehmen verstanden. Sie haben verstanden, dass sie ihren Mitarbeitern genau diese Möglichkeiten bieten müssen. Genug Freiraum nämlich. Und zwar NEBEN der eigentlichen Arbeit. Das wird umso wichtiger als Talente heute sehr schwer zu bekommen – und fast… weiterlesen

Was ist eigentlich Scrum?

Alexander Krause   4 Kommentare  

Über Scrum Master, das agile Manifesto & Co. Die meisten Unternehmen bewegen sich heute in zunehmend unberechenbaren Umgebungen. Klassische Projektmanagement-Methoden geraten dabei an ihre Grenzen. Um den Ansprüchen nach Flexibilität, Planbarkeit, Nutzerorientierung und Mitarbeitermotivation gerecht zu werden hat die IT-Branche nun auf „agile Methoden“ umgestellt. Auch viele andere Branchen beginnen agiles Vorgehen einzusetzen. Mit einem Anteil von 86% ist Scrum die meist genutzte agile Methode (Studie Status Quo Agile 2014). Das Wort Scrum entstammt dem Rugby und bedeutet „angeordnetes Gedränge“. Das Team drängt sich um die Aufgabe. Richtung, Regeln und Rollen sowie Zeit und Ort sind festgelegt aber im Gedränge kommunizieren die Teammitglieder und planen jeden Spielzug der Situation entsprechend neu, so reagieren sie auf das jeweilige Umfeld und werden… weiterlesen

Verbunden im Konsent – Was ist Soziokratie?

Bernd Oesterreich   Keine Kommentare  

Vier Prinzipien der soziokratischen Kreisorganisation Die Soziokratie als verbesserte Form der Demokratie wurde vom niederländischen Reformpädagogen Kees Boeke (gesprochen „Büke“ und nicht „Böke“) begründet. Er schilderte dasKonzept 1946 in seinem Buch Redelijke ordening von de mensengemeenschap (etwa: Vernünftige Ordnung der menschlichen Gemeinschaft). Seine Frau erzählte später, dass ihr Mann die Grundprinzipien kurz vor Kriegsende 1945 in einem Essay mit dem Titel „Geen Dictatuur!“, also „Keine Diktatur!“ formulierte, den er in seiner Manteltasche mit sich trug und deshalb beinahe von den Nazis erschossen wurde. Ganz allein aus den Fingern gesaugt hat sich Boeke das Konzept nicht. Er wurde vom konsensbasierten Entscheidungsprinzip der Quäker, deren Glaubensgemeinschaft er angehörte, und vom französischen Philosophen Auguste Comte inspiriert. Das Wort Soziokratie selbst leitet sich aus dem lateinischen „socius“ (gemeinsam, verbunden) und dem griechischen „krateia“… weiterlesen