Wir sind doch schon #SELBERgroß

Ein Beitrag von: Mark Poppenborg

Sei bei unserer Contentparade gegen die Unmündigkeitsfantasie dabei

Letzte Woche habe ich für meine work-X Show eine Episode mit dem Bitcoin Experten Friedemann Brenneis aufgezeichnet, die bald erscheinen wird.

Wir sprachen darüber wie eine kleine Gruppe von Überzeugungstätern ebenso selbstkritisch wie besessen an einem System – dem Bitcoin – arbeitet, das einen gewaltigen Beitrag zu unserer Demokratie und Freiheit leisten könnte.

Sie lehnen sich nicht auf, beschimpfen nicht, klagen nicht an, nein, sie entwickeln eine Alternative. Naja, vielleicht tun manche auch all das zuvor genannte, aber mir geht es darum, dass sie Verantwortung übernehmen anstatt nur zu reden.

Und während ich so mit Friedemann sprach wurde mir mal wieder bewusst, dass nicht nur die Bitcoin-Entwickler das tun.

Ob in Unternehmen, in Krankenhäusern, in Schulen, in der Gemeinde, in unserem gesellschaftlichen Miteinander, überall stellen Menschen ihr Erwachsensein unter Beweis und entwickeln neue Lösungen für sich und andere – auch gegen die Konvention oder gar Regeln. Mal öffentlich, mal unter dem Radar.

Aber anstatt anzuerkennen, dass wir schon selber groß sind, versucht man uns in all diesen Domänen unseres Lebens Unmündigkeit unterzujubeln. Wenn Du mich schon ein bisschen kennst, weißt Du wie sensibel ich auf Infantilisierung reagiere.

Der schleichende Freiheitsentzug

Ich glaube man darf Infantilisierung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie reduziert nicht nur die Wirtschaftlichkeit in Unternehmen, die Pflegequalität in Krankenhäusern, das Lehrniveau in Schulen, die Entscheidungsqualität in der Gemeinde und das zwischenmenschliche Vertrauen in unserer Gesellschaft, fataler noch, sie entzieht uns schleichend unsere Freiheit.

Mit jedem Stück entzogener Verantwortung geht auch ein Stück Freiheit verloren.

Wir können dankbar sein, dass viele von uns das nicht mit sich machen lassen. Überall dort wo Systeme dem fatalen Hang zum Autoritären folgen, ist der ständige zivile Ungehorsam der Schmierstoff, der das Rad am Laufen hält.

Mit 24 Jahren machte ich im Rahmen meines Studiums zum Wirtschaftsingenieur ein Praktikum bei der Porsche AG. Ich war in einer spannenden Abteilung eingesetzt, die sich mit der Produktionsplanung auseinandersetzte.

Ein Teil meines Praktikums bestand in der Entwicklung eines Excel Makros. Die Programmierung nahm viel Zeit in Anspruch und ich hatte Sorge, dass meine anderen Aufgaben vernachlässigt werden könnten.

Abends länger zu bleiben war nur begrenzt möglich, weil ich mich als Praktikant eigentlich an meine Arbeitszeiten halten sollte. Als ich die Toleranz dieser Regelung bis zur Schmerzgrenze ausgereizt hatte, braucht es eine andere Lösung.

Also überspielte ich die Excel Datei auf meinen privaten Rechner, um nach Feierabend in meiner WG daran weiterarbeiten zu können. Das war eigentlich nicht erlaubt. Aber es fühlte sich richtig an. Ich erhöhte meine Wirksamkeit und hatte dabei auch noch jede Menge Spaß.

Ich tat also sowohl mir als auch der Porsche AG einen Gefallen und nahm dafür billigend in Kauf, dass ich mich in einen Graubereich der Richtlinien begab.

Die Unterscheidung zwischen reifen und unreifen, verantwortungsbewussten und verantwortungslosen, motivierten und unmotivierten, mündigen und unmündigen, großen und kleinen Menschen, diese Unterscheidung existiert nur an einer einzigen Stelle: in unseren Köpfen. Und deshalb eben auch in den Köpfen derjenigen, die den größten Einfluss auf die Systeme nehmen können.

Und weil mir im Gespräch mit Friedemann mal wieder bewusst wurde, wie uns diese Unmündigkeitsphantasie in so vielen Lebensbereichen im Wege steht, möchte ich zu einer Content-Parade aufrufen, die aus folgenden einfachen zwei Schritten besteht:

  1. Man schreibt eine Geschichte, in der man selbst eine Regel gebrochen oder unterlaufen hat und teilt diese Geschichte als Social Media Post (gerne Video oder Artikel) mit dem Hashtag #SELBERgroß im Netz.
  2. Gleichzeitig nominiert man 3 weitere Personen, die ihre Geschichte erzählen sollen. So wie bei der Icebucket Challenge, nur etwas erwachsener;)

Warum das Ganze: Erkenntnisförderung. Die Unmündigkeitsfantasie ist eben genau das: eine Fantasie. Und Fantasien begegnet man mit Gegenbeispielen aus der Realität.

Worum es bei dieser Aktion explizit NICHT geht, ist einfach nur von etwas Gutem zu berichten, das man getan hat. Es geht nicht um gute Taten, Nachbarschaftshilfe oder Philanthropie.

Es geht um das Gute in Verbindung mit dem zivilen Ungehorsam, der unter Beweis stellt, dass wir #SELBERgroß sind. Dass wir selbst auf mindestens genauso gute Lösungen kommen, als wenn man uns bevormundet.

Deal?

Achso, ich muss ja loslegen.

  1. Also meine Geschichte ist ja schon da oben. Also die mit Porsche.
  2. Und ich nominiere meinen Mitgründer Lars Vollmer, den Seibert Media Gründer Martin Seibert und den EU Jugendbotschafter & whatchado Gründer Ali Mahlodji.

Na dann, auf die Mündigkeit. Und warte nicht auf eine Nominierung. Du kannst auch jetzt schon Deine Geschichte unter #SELBERgroß teilen.

Hier gibt es bereits jede Menge weiterer Geschichten und Inspiration!

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Verpasse keine neuen Beiträge und werde zum Experten der Neuen Wirtschaft

Geschrieben von

Blogauthor Mark Poppenborg intrinsify.me
Mark Poppenborg

Mark ist Unternehmer und Vortragsredner. Und vor allem ist er unser Gründer. Mark führt seine tiefgreifenden Erkenntnisse auf unkonventionell inspirierende Weise in seinen Speaker-Auftritten, Seminaren und Management-Sparrings der Wirtschaft zu. Seit seiner ersten Gründung 2010 hat Mark viele weitere Unternehmen und Projekte initiiert. Insofern ist er nicht nur als Vordenker sondern auch als Vormacher bekannt. Er kombiniert seine aufklärerischen und desillusionierenden Impulse stets mit praktischen Inspirationen und Handlungsanweisungen.

X