Unsere Zusammenarbeit mit den „Delphin-Werkstätten“ Berlin

Gesellschaftliche Verantwortung – gelebte Praxis

Bereits seit einigen Jahren arbeiten wir von intrinsify mit den „Delphin-Werkstätten“ in Berlin zusammen. So versenden sie zum Beispiel unser Kartenspiel „Play Change“.  Die Delphin-Werkstätten sind seit 1991 als Werkstatt für Menschen mit Behinderung anerkannt und inzwischen an vier Standorten in überschaubaren Einrichtungen im Norden Berlins vertreten.

Verpackung des Spiels „Play Change“

Da hat unser Gründer Mark Poppenborg sie damals auch „aufgestöbert“ und zum ersten Mal getroffen – doch dazu später mehr!

Wir möchten die Gelegenheit hier nutzen, sie und ihre Arbeit vorzustellen und haben mal  genauer nachgefragt:

Sie bieten inzwischen über 240 Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, entsprechend ihrer individuellen Leistungsfähigkeiten im Sinne des Arbeitslebens tätig zu werden und sich unter fachlicher und pädagogischer Anleitung beruflich und persönlich weiterzuentwickeln.

 

Schild: "Delphin-Werkstätten - Anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderungen"

Seit 2003 sind die Delphin-Werkstätten auch im Gewerbehof Pankow in Buchholz vertreten: mitten unter Firmen des allgemeinen Arbeitsmarktes ist dort Teilhabe am Arbeitsleben nicht nur ein Schlagwort.

Dabei sind die Konfektionierungsbereiche die vielseitigsten Arbeitsbereiche der gesamten Werkstatt. Hier werden unterschiedlichste Aufträge in verschiedensten Arbeitsschritten bearbeitet.

Die Beschäftigten sind dabei  immer in den gesamten Arbeitsprozess integriert und erfahren nicht nur Teilprozesse – davon haben wir uns selbst auch schon oft durch persönliche Besuche überzeugt. Die Endprodukte werden anschließend in die ganze Welt exportiert und finden branchenübergreifend Verwendung, wie eben unser „Play Change“ oder auch ein Teil unserer Bücher.

Doch die eigentliche Zusammenarbeit von unserem Kernteam mit den Delphin-Werkstätten begann sogar schon früher – Unser Gründer Mark hat das Ganze nämlich mit einem seiner früheren Unternehmen, dem Hersteller für paleo-Ernährung geeignetes Trockenfleisch, „Paleo Jerky“ angestoßen. Wie kam das eigentlich?

Verpackungen „Paleo Jerky“

Mark:
„Als wir das damals mit Paleo Jerky gestartet haben, war das Motiv im Prinzip »Wir brauchen eine logistische Lösung!« Also im ersten Schritt pragmatisch und wirtschaftlich begründet – wir brauchten einfach eine Lösung. Wir konnten unseren Aufwand rund um die Verpackung und den Versand damals einfach nicht mehr alleine stemmen, es wurde unwirtschaftlich und immer unübersichtlicher.
Ich war selbst wenig vor Ort in Berlin damals und es war für uns zu dem Zeitpunkt ein sehr wichtiger Schritt in unserem Wachstum, die Logistik outzusourcen.
Wenn ich so nochmal überlege, hatten wir drei Motive, damals mit den Delphinen zusammenzuarbeiten:


1. Es war schlicht günstiger (wirtschaftlicher) als mit der Konkurrenz der Logistikbranche zusammenzuarbeiten
2. Wir konnten so auch etwas für unsere Markenbildung tun und soziales Engagement zeigen
3. Wie sich die Delphin-Werkstätten gezeigt haben, war für mich einfach eine tolle Sache – Aber Grund Nummer 1 war damals schlicht im Vordergrund, so ehrlich möchte ich sein.

Als ich angefangen habe in Berlin zu suchen, (ich war bei drei verschiedenen Werkstätten)  habe ich bei den Delphinen am meisten Vertrauen gehabt und dann haben wir es einfach probiert! Und ich bin bis heute absolut positiv überrascht. Und das ist doch auch eigentlich das Coole daran: Klar waren meine Motive in erster Linie wirtschaftlich motiviert – es hat sich aber herausgestellt, dass sie solche Aufgaben besser können als viele konkurrierende Serviceanbieter – DIE sind nämlich oft teurer, noch unerfahren, nicht so gewissenhaft. Aber vor allem nicht so flexibel! Und gerade diese Flexibilität fand und finde ich so super an den Delphinen.

As ich das erste Mal in den Hallen und Räumen dort herumlaufen durfte, (ich war damals relativ häufig da), war ich ganz begeistert von der Arbeit, von den Menschen, die dort arbeiten – von den Geschichten, die man da zu hören bekommt. Zum Beispiel, dass sie bestimmte Aufgaben gerade von uns an Menschen geben, die noch nicht zählen können, und nach ein paar Wochen solcher Jobs bis zehn zählen können. Das heißt, ich habe durch diesen Auftrag Menschen die Möglichkeit gegeben, dass sie am Ende zählen können, das war und ist schon irgendwie cool.

Solche Momente sind doch beeindruckend – Menschen die Gelegenheit zu geben, sich zu entwickeln – und dabei auf Augenhöhe, in keiner Weise despektierlich, eher der Aufgabe angemessen mal autoritär, aber immer mit dem höchsten Respekt. So empfinde ich die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Delphin-Werkstätten.

Es ist eben NICHT eine „günstige, dafür aber etwas schlechtere“ Lösung, im Gegenteil – Wenn man mich fragt, wie man Logistik outsourcen kann, würde ich auch heute eine Behindertenwerkstatt als Option nennen, weil ich von deren Leistung beeindruckt bin.

Wir hatten binnen weniger Wochen so geölte Prozesse, dass ich in der Lage war, das Backend quasi komplett abzugeben. Und das hat sich natürlich auch herumgesprochen.;) 

Ich habe also selbst einen kleinen Stein ins Rollen gebracht – andere Unternehmen haben sich auch ernsthaft Gedanken gemacht, eine Zusammenarbeit zu beginnen.
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Menschen mit Behinderungen beim Verpacken von „Paleo Jerky“-Produkten

Anke Ehrenberg von den Delphin-Werkstätten erinnert sich sehr gern an diese Zeit zurück, denn als mit „Paleo Jerky“ damals alles anfing, wurden auch sie als Anbieter erstmals mehr mit einbezogen:

Ende 2014 kam Mark zu uns, stellte sein Produkt vor und bat uns um ein Angebot. Bis dahin hatten wir zwar von Beef Jerky, aber noch nicht von Paleo-Ernährung gehört. Für uns alle ein spannendes Thema – in jeder Hinsicht… Bereits im Januar 2015 starteten wir dann mit dem Versand von „Paleo Jerky“ voll durch.

Der Arbeitsbereich war zu diesem Zeitpunkt noch ein reiner Montagebereich mit 6 Mitarbeitern mit den unterschiedlichsten kognitiven und teils körperlichen Beeinträchtigungen und erhöhtem Betreuungsbedarf. Es wurden überwiegend einfache Tätigkeiten wie Sortier- oder Montagearbeiten durchgeführt. Dieser neue Auftrag bot den Mitarbeitern schnell die Möglichkeit, sich in anderen Tätigkeiten auszuprobieren und ihre Fähigkeiten zu erweitern.

Nach und nach kamen dank Marks Empfehlungen weitere Anfragen von anderen Start-Up-Unternehmen aus den verschiedensten Branchen (Lebensmittel, Snacks, Kosmetik) und somit weitere neue Aufgaben. Aus der Montagegruppe wurde eine Doppelgruppe mit mittlerweile 14 Mitarbeitern und 2 Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern. Aufgrund der neuen Ausrichtung wurde der Arbeitsbereich schließlich in Konfektionierung/Versand umbenannt.

Mittlerweile übernehmen wir für intrinsify die Konfektionierung und den Versand des „Play Change“ -Kartenspiels in bereits 2. Auflage und den Versand von Büchern.

Hierbei ist uns vor allem der persönliche Kontakt wichtig. Unsere Beschäftigten möchten zum Beispiel die Produkte und Bücher, mit denen sie arbeiten, auch selbst kennen, verstehen, wieso ihre Arbeit wertvoll ist. So wird das Bild und das Engagement für sie rund – und für uns auch. Durch diese Kooperation begannen unsere Dienstleistungen und Stärken im Versand, wurden wir als kompetente Ansprechpartner für diesen Bereich der Logistik, Lagerung und des Versands wahrgenommen.“

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