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Was ist eigentlich Future Leadership?

2 Erkenntnisse für Deine Arbeit in der Neuen Wirtschaft

Für unsere treuen Leser kommt dieser Artikel zu spät. Aber wenn Du aus Interesse oder qua Rolle gezwungen bist, Dich erstmalig intensiver mit Führung und Organisationsaufbau auseinanderzusetzen, dann könnte dieser Beitrag gerade richtig für Dich sein.

Menschen den Einstieg in die moderne Führungs- und Organisationslehre zu erleichtern, ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich hoffe, dieser Artikel kann dazu einen Beitrag leisten.

Dass es im 21. Jahrhundert gar keine Rezepte für den Organisations- und Führungsalltag geben kann, ist sicher die größte Denküberwindung für die meisten Teilnehmer unserer Future Leadership Ausbildung. So berichten sie es jedenfalls oft im Anschluss.

Deshalb möchte ich in diesem Artikel zwei wesentliche Erkenntnisse teilen, die vielen Menschen zu einem großen Sprung nach vorne verholfen haben, wenn sie versucht haben, sich in der Neuen Wirtschaft zurecht zu finden.

Sie bilden folglich auch eine wesentliche Säule unserer Future Leadership Ausbildung.

Im besten Fall, können Dir die nächsten Leseminuten ein paar blaue Flecken und unnötige Umwege ersparen. Vielleicht sogar einiges an Geld und Zeit.

Was ist Future Leadership?

© jesadaphorn – depositphotos.com

Erkenntnis Nr. 1: Unterscheide Rezepte von Werkzeugen

In aller Kürze kann man sagen:

Rezepte sind eingefangenes Wissen. Da Wissen nur zur Lösung bereits bekannter Probleme taugt, wirken sie in Gegenwart komplexer Probleme toxisch.

Werkzeuge sind intentionslose Hilfsmittel. In ihnen steckt nie eine konkrete Antwort auf ein Problem. Sie können aber dabei helfen, eine problemlösungstaugliche Idee zu provozieren.

Best Practice Blaupausen sind also Rezepte, Theorien hingegen sind Werkzeuge.

Früher oder später landet fast jeder bei dieser Erkenntnis und nutzt sie dann entweder intuitiv oder sehr bewusst.

Denn wenn es an dieser Unterscheidung fehlt, rennt man immer wieder gegen die gleiche Wand. Und irgendwann ist einem das zu bunt und man sucht nach einer Antwort außerhalb der bisherigen Denkgewohnheiten.

Da unser Umfeld uns das Denken in dieser Unterscheidung aber tendenziell schwer macht und gute Theorie regelmäßig mit praxisferne gleichgesetzt wird, entfaltet die Unterscheidung selten ihre volle Wirkung.

Für mich steht jedoch mehr denn je fest: Wir können heute nur wirksam führen, wenn wir sowohl mit Rezepten als auch mit Werkzeugen arbeiten. Doch damit eine solche Sowohl-Als-Auch-Denke wirksam ist und nicht als Beliebigkeit missinterpretiert wird, muss man die beiden Welten sprachlich eindeutig voneinander unterscheiden.

Ob man nachher A und B oder eben Rezept und Werkzeug sagt ist dabei egal, Hauptsache man teilt mit seinen Kollegen die gleiche Unterscheidung, damit man sich sinnvoll unterhalten kann.

Wo diese Unterscheidung brauchbar ist? Nahezu überall!!!

  • Das gerade sehr populäre Konzept #WOL – Working out Loud – ist nicht deshalb wirksam, weil man dem 12 Wochen Programm folgt (Rezept), sondern weil den Mitarbeitern Schutzräume (Werkzeug) eingerichtet werden. Das kann man auch aufwandsärmer haben.
  • Die Nutzung einer komplizierten Software lernt man nicht indem man einen Fishbowl durchführt (Werkzeug), sondern indem man die Anleitung liest (Rezept). Man könnte sich eine Menge Fehler sparen, wenn man das erkennt.
  • Passendes Personal findet man nicht durch gute Checklisten und Assessment Center (Rezept) sondern durch ein subjektives Gefühl zur Passung, beispielsweise in der Probearbeit (Werkzeug). Man könnte sich viel Geld und Zeitaufwand sparen, wenn man sich von den Administrationsmonstern oben befreit.
  • Ideen kommen nicht durch Brainstorming (Rezept) sondern durch die Provokation eines Könners mit einem Problem, beispielsweise durch eine präzise Problembeschreibung (Werkzeug). Die Mitarbeiter könnten viel Arbeit erledigen anstatt sich in Kreativworkshops von selbiger abzuhalten.

Erkenntnis Nr. 2: Erlerne den Systemblick

Solange man versucht, sich das Verhalten seiner Kollegen durch ihre Persönlichkeit zu erklären, läuft man in die immer gleiche Sackgasse.

Man wird nach Helden und Schuldigen suchen, Personal entwickeln und bessere Mitarbeiter einstellen wollen, den Chef ersetzen oder Konfliktlösungsworkshops einberufen.

Doch alle diese Maßnahmen gehen von dem gleichen Denken aus. Nämlich dass die Mitarbeiter die Autoren des beobachtbaren Verhaltens sind.

Wie bitte? Wie soll es auch sonst sein?

Man muss nicht so denken. Es gibt auch einen anderen Blick. Schaut man durch die Systembrille auf Organisationen, gehen einem plötzlich einige Lichter auf.

Dieser Artikel reicht im Leben nicht aus, um die komplizierten Zusammenhänge der Systemtheorie auch nur ansatzweise zu vermitteln. Deshalb belasse ich es hier mal bei einer provokanten Frage:

Wenn Organisationen tatsächlich aus Menschen bestünden, wie kann es dann sein, dass eine Organisation den einstimmigen Wunsch aller Mitarbeiter, respektvoller miteinander umzugehen, eindrucksstark ignoriert?

Ok, noch eine: Wenn eine Organisation aus Menschen bestünde, wie kann es dann sein, dass die gleichen Menschen in einer anderen Organisation ein vollständig anderes Verhalten zeigen?

Eine Teilnehmerin unserer Ausbildung hat es mal sehr schön zusammengefasst:

»Als wäre ich bisher mit verschwommenem Blick umhergeirrt und endlich hat mir jemand eine Brille gereicht.«

Manchmal stelle ich mir das vor wie einen Fisch, dem man erfolgreich vermitteln konnte was Wasser ist.

Lust auf einen Einstieg? Den findest Du hier.

Und was ist nun Future Leadership?

Das war die Eingangsfrage. Future Leadership ist kein Rezept und erst recht keine Ideologie. Future Leadership besteht aus einem Werkzeugkasten praktischer Theorien für den Führungsalltag sowie seiner gekonnten Anwendung. Dazu gehören die beiden in diesem Artikel beschriebenen Erkenntnisse. Wer Future Leadership beherrscht, tanzt elegant mit der Komplexität des 21. Jahrhunderts, anstatt von ihr überlastet zu werden.

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Geschrieben von

Blogauthor Mark Poppenborg intrinsify.me
Mark Poppenborg

Mark ist Unternehmer und Vortragsredner. Und vor allem ist er unser Gründer. Mark führt seine tiefgreifenden Erkenntnisse auf unkonventionell inspirierende Weise in seinen Speaker-Auftritten, Seminaren und Management-Sparrings der Wirtschaft zu. Seit seiner ersten Gründung 2010 hat Mark viele weitere Unternehmen und Projekte initiiert. Insofern ist er nicht nur als Vordenker sondern auch als Vormacher bekannt. Er kombiniert seine aufklärerischen und desillusionierenden Impulse stets mit praktischen Inspirationen und Handlungsanweisungen.

Erschienen am

Donnerstag, 16. November 2017

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9 Kommentare auf "Was ist eigentlich Future Leadership?"

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